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Wirtschaft Netzbetreiber dürfen auch höhere Rendite hoffen
Nachrichten Wirtschaft Netzbetreiber dürfen auch höhere Rendite hoffen
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00:45 25.03.2018
Die Stromnetzbetreiber dürfen auf eine höhere Rendite hoffen. Diese Trasse führt am Kohlekraftwerk Mehrum bei Peine vorbei. Quelle: dpa
Düsseldorf/Hannover

 Im Streit um die Höhe von Durchleitungsgebühren ist den Strom- und Gasnetzbetreibern ein wichtiger Etappensieg gelungen.  Nach einem Urteil des Oberlandesgerichtes Düsseldorf muss die Bundesnetzagentur ihre bisherigen Berechnungen korrigieren. Die Aufsichtsbehörde habe den Unternehmen zu niedrige Margen zugebilligt, urteilte der 3. Kartellsenat am Donnerstag. Die Bundesnetzagentur muss nun ihre Berechnungen korrigieren – wenn sie gegen das Urteil nicht Beschwerde beim Bundesgerichtshof einlegt. Man werde diesen Schritt „ernsthaft prüfen“, sagte ein Behördensprecher.

Die Behörde hatte die in den gesamten Netzkosten enthaltene Eigenkapitalverzinsung um gut 2 Milliarden Euro für die kommenden fünf Jahre gekürzt. In Zeiten der Niedrigzinsen müsse die Rendite geringer ausfallen - auch im Interesse der Stromkunden, hieß es seinerzeit zur Begründung. Dagegen hatten rund 1100 Stadtwerke und andere Netzbetreiber geklagt. „Das Urteil überrascht uns nicht“, sagte die Geschäftsführerin der Stadtwerke Hameln, Susanne Treptow. „Die Bundesnetzagentur hat einfach zu viele handwerkliche Fehler gemacht.“

 Das sehen die Düsseldorfer Richter genauso: Die Frage der angemessenen Verzinsung des eingesetzten Kapitals sei „mit Rücksicht auf die erforderliche Investitionsfähigkeit und die Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Netzbetriebs zu beantworten“, hieß es.  Der Investor müsse auf eine angemessene Rendite vertrauen können – deshalb seien unternehmerische Risikofaktoren angemessen zu berücksichtigen. Diese habe die Bundesnetzagentur „nicht mit einer wissenschaftlich vertretbaren Vorgehensweise ermittelt“.

Für die Verbraucher sind die Netzentgelte inzwischen der größte Posten auf der der Rechnung ihres Versorgers – beim Strom machen sie mehr als ein Viertel des Gesamtpreises aus. Während die Ökostrom-Umlage im laufenden Jahr leicht auf 6,79 Cent pro Kilowattstundegesunken ist, fallen für den Stromtransport im Durchschnitt 7,06 Cent an. In Summe zahlt ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden 2018 im Schnitt 247 Euro für die Netznutzung – und 238 Euro für die EEG-Umlage. Nach den ursprünglichen Plänen der Bundesnetzagentur wäre die Stromrechnung für einen Durchschnittshaushalt etwa um 10 Euro gesunken.

Der Stadtwerke-Verband VKU reagierte erleichtert auf das Düsseldorfer Urteil.  „Die Verteilnetze sind die Schlüsselinfrastruktur des deutschen Energiesystems“, sagte eine Sprecherin. An die 1,7 Millionen Kilometer Verteilnetz seien schon jetzt 1,6 Millionen Ökostrom-Anlagen angeschlossen; sie zählten mehr als 50 Millionen Stromkunden. Durch die Energiewende gebe es in den Verteilnetzen einen erheblichen Investitionsbedarf. „Diese Investitionen werden aber nur dann erfolgen, wenn die Eigenkapitalzinssätze angemessen sind und Investitionen auch tatsächlich zurück verdient werden können“, hieß es beim VKU

Von  Jens Heitmann und Claus Haffert

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