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Wirtschaft Moia plant 250 Sammeltaxis für Hannover
Nachrichten Wirtschaft Moia plant 250 Sammeltaxis für Hannover
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06:12 12.03.2018
Ein Moia-Taxi vor der Oper in Hannover. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Der Volkswagen-Konzern will seinen Fahrdienst Moia in Hannover kräftig ausweiten. Von Sommer an möchte das Unternehmen 250 Fahrzeuge einsetzen, die Kunden in der Stadt befördern sollen. „Wir wollen Moia in Hannover für die allgemeine Öffentlichkeit verfügbar machen, sobald wir von den Behörden die notwendige Konzession erhalten“, sagte der Moia-Manager Robert Henrich. Das Taxigewerbe wehrt sich allerdings vehement gegen den neuen Wettbewerber.

Moia testet sein „Ride-Pooling“-Angebot zurzeit im kleinen Rahmen in Hannover, mit rund 30 VW-T6-Multivans. Testkunden geben mit einer Smartphone-App ihren gewünschen Einstiegsort und das Ziel an. Unterwegs können spontan bis zu vier weitere Fahrgäste zusteigen, die zufällig in eine ähnliche Richtung wollen. Algorithmen berechnen die Route und versuchen, Umwege kurz zu halten. „So wird Individualverkehr vermieden und die Straßeninfrastruktur effizienter genutzt“, wirbt Moia. Man schließe „die Lücke zwischen dem ÖPNV und dem Taxi“.

“Das ist der Versuch uns plattzumachen“

Moias Expansionsplan wird von der Taxibranche scharf kritisiert. „Das ist der Versuch, mit den Millionen des VW-Konzerns das mittelständische Taxigewerbe plattzumachen“, sagte Wolfgang Pettau, Geschäftsführer von Hallo Taxi 3811. Er erwarte, dass 100 der 230 mit seiner Zentrale kooperierenden Taxi-Unternehmer „Moia nicht überleben“. 

Der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) warnte ebenfalls, Moia werde Taxifirmen mit niedrigen Fahrpreisen in die Pleite treiben. Bürger bräuchten aber „verlässliche Anbieter mit Betriebs- und Beförderungspflichten, wie sie nur für Taxis gelten“, sagte GVN-Geschäftsführer Gunther Zimmermann. Zum Beispiel müssten Taxis auch nachts fahren und dürften keinen Fahrgast ablehnen. 

Moia: „Wir machen keine Dumpingpreise“

Moia wehrt sich gegen die Vorwürfe: Man müsse weniger Pflichten erfüllen als Taxis, weil man auch weniger Privilegien erhalte. Zum Beispiel habe man keine Sonderzufahrtsrechte wie die Taxis und unterliege einem höheren Steuersatz. Wenn die Stadt das Angebot genehmige, werde man sich strikt an die in der Konzession festgelegten Regeln halten. 

Außerdem werde man „keine Dumpingpreise machen“, sondern betriebswirtschaftlich kalkulieren, sagte Henrich. Die Preise würden voraussichtlich in der Mitte zwischen ÖPNV und Taxi liegen. Eine Fahrt über 5 Kilometer dürfte demnach ungefähr 7 bis 9 Euro kosten.

Moia benötigt von der Stadt eine Ausnahmegenehmigung gemäß Personenbeförderungsgesetz. Dieses sieht vor, dass Behörden im Einzelfall "neue Verkehrsarten oder Verkehrsmittel" für vier Jahre genehmigen dürfen, "soweit öffentliche Verkehrsinteressen nicht entgegenstehen". Ein Sprecher der Stadt erklärte, dass man vor der Entscheidung Stellungnahmen von der Industrie- und Handelskammer, der GVH und der Region als Träger des Nahverkehrs einhole.

Nach Ansicht des GVN ist das Moia-Angebot „nicht genehmigungsfähig“. Es handle sich nicht um einen neue Verkehrsart, sagte Zimmermann. Sammeltaxis und Smartphone-Apps gebe es bereits bei klassischen Taxifirmen.

Moia, Uber & Co.

Zahlreiche Unternehmen bieten inzwischen sogenannte „Ride Pooling“-Dienste an – darunter auch die umstrittene US-Firma Uber. Es gibt jedoch große Unterschiede: Uber vermittelt in der Regel Beförderungsdienste an selbstständige Fahrer mit eigenen Autos und ohne besondere Qualifikation. Dieses Modell wurde in Deutschland von Gerichten gestoppt. Moia hingegen setzt eigene Fahrzeuge ein. Am Steuer sitzen angestellte Fahrer mit Personenbeförderungsschein, die pro Stunde entlohnt werden.

Von Christian Wölbert

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