Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Weniger schwere Unfälle dank moderner Technik
Nachrichten Wirtschaft Weniger schwere Unfälle dank moderner Technik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:34 25.05.2018
VGH-Chef Hermann Kasten erläutert die Geschäftsentwicklung, eingerahmt von den Vorstandsmitgliedern Jörg Sinner (rechts) und Thomas Vorholt (links). Quelle: VGH
Anzeige
Hannover

Die Elektronik macht Autos sicherer – und dies merken die Versicherer. So geht die Zahl der schweren Unfälle, die die Versicherungsgruppe Hannover (VGH) regulieren muss, deutlich zurück. Vergangenes Jahr habe die zur VGH gehörende Brandkasse Hannover nur noch neun Unfälle mit schweren Personenschäden in der Autoversicherung registriert, berichtete jetzt Vorstandsmitglied Thomas Vorholt. Gemeint sind damit unfallbedingte Verletzungen, die die Versicherung mindestens eine halbe Million Euro kosten. Zum Vergleich: 2014 gab es noch 22 derartige Unfälle, in den beiden Jahren danach 20 und zehn.

Laut Vorholt merkt die ganze Branche diesen Trend. Zurückzuführen sei er auf moderne Sicherheitssysteme wie automatische Bremsen. Die technische Entwicklung hin zum autonomen Fahren dürfte die Häufigkeit schwerer Unfälle weiter senken. Allerdings hat diese auch einen weniger willkommenen Effekt: In der Kaskoversicherung werden simple Blechschäden immer teurer, weil immer mehr teure Technik in der Außenhülle von Autos steckt – wie Sensoren in den Stoßstangen oder elektronische Anzeigen in der Windschutzscheibe.

VGH-Chef Hermann Kasten vermutet jedoch noch eine andere Ursache für den Rückgang der schweren Personenschäden bei seinem Unternehmen. Die Versicherung hat sich in jüngster Zeit bewusst von vielen Versicherungskunden getrennt, weil die Verträge nur rote Zahlen produzierten. Darunter waren auch viele Firmenkunden mit großen Fahrzeugen wie Lkw, die im Durchschnitt schlimmere Unfälle verursachen als Pkw.

Insgesamt hat die Brandkasse vergangenes Jahr laut Vorholt 27 000 Autoverträge verloren. Außerdem trennte sie sich auch von großen Industriekunden, weil die Belastung durch Feuerschäden in diesem Bereich zu groß wurde. Kasten nannte als Beispiel teure Großbrände beim Hähnchen-Produzenten Wiesenhof sowie Nordzucker. Der Abschied sei nicht immer einfach. „Dabei verliert man auch Kunden, um die es einem leid tut“, sagte Kasten. Die VGH wolle sich aber neben den Privatkunden auf das Geschäft mit der gewerblichen Mittelstand und der Landwirtschaft konzentrieren.

Vor allem wegen der Konzentration auf attraktives Geschäft sind die Beitragseinnahmen der Brandkasse 2017 mit Autokunden „absehbar und gewollt“ um gut ein Prozent gesunken. Noch viel stärker gingen die Einnahmen der Provinzial Lebensversicherung runter. Die stetig wachsende Alte Oldenburger Krankenversicherungsgruppe konnte das Minus bei weitem nicht wettmachen, so dass die VGH insgesamt mit 2,2 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr fast 3 Prozent ihrer Beitragseinnahmen einbüßte.

Dennoch sprach Kasten von einem „sehr guten, sehr erfreulichen“ Jahr 2017. Der Grund dafür ist der starke Anstieg des Bruttogewinns beim Hauptunternehmen der VGH, der Brandkasse, der sich mit 103 Millionen Euro fast verdreifacht hat. Dies lag zum Teil daran, dass die Schadenbelastung trotz etlicher Überschwemmungen und Stürme weiter gesunken ist. Zudem zeigen die Bemühungen um Kostensenkung Wirkung, so dass die Brandkasse nur noch rekordverdächtige 88 Cent von einem Beitrags-Euro für Schäden und Verwaltung verbrauchte.

Nach dem Schrumpfkurs der Vorjahre gilt bei Niedersachsens Marktführer jetzt wieder die Devise „kontrollierte Offensive“ - also gezielte Zuwächse in Bereichen, die Gewinn versprechen. Den Jahresstart hat indessen der Sturm „Friederike“ Anfang Januar zerzaust. Mit 35 Millionen Euro Belastung habe er schon die Hälfte des Budget verbraucht, das die Versicherung für solche Großschäden geplant hat. Dank des üppigen Eigenkapitals fühle sich die VGH jedoch für alle Herausforderungen „gut gewappnet“, sagte Kasten.

Starker Rückgang der Einmalbeiträge

Die zur VGH gehörende Provinzial Lebensversicherung hat im Jahr 2017 vor allem im Geschäft mit Einmalbeiträgen erhebliche Einbußen verzeichnet. Hier sanken die Einnahmen um fast ein Drittel auf 183 Millionen Euro. Dabei handelt es sich nach Unternehmensangaben ganz überwiegend um Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag. Dagegen gingen die Prämieneinnahmen aus dem laufenden Geschäft nur um 1,6 Prozent auf 472 Millionen Euro zurück, wie Vorstandsmitglied Jörg Sinner berichtete. Im Gegensatz zu manchen anderen Versicherern habe die Provinzial aber nicht die Absicht, sich von Lebensversicherungsbeständen zu trennen. „Ein Run-Off ist für uns kein Thema“, sagte er. Das Unternehmen wolle weiter ein „verlässlicher Partner“ für die Altersvorsorge sein.

Von Albrecht Scheuermann

Der größte Automarkt der Welt öffnet sich stärker für ausländische Hersteller. In Deutschland dürften Porsche und BMW davon besonders stark profitieren.

25.05.2018

Die Europäische Kommission will mit ihren Plänen zur Verminderung von Kunststoffabfällen eine strategische Neuausrichtung der europäischen Wirtschaft erreichen. Es gehe bei der von der EU-Kommission vorbereiteten Plastikstrategie nicht allein um Umweltschutz, sagte der Vizechef der EU-Kommission, Jyrki Katainen.

21.05.2018

Mit gutem Vorbild gehen die Deutschen beim Thema Recycling voran: Nirgendwo sonst in Europa wird so viel Müll wiederverwertet wie bei uns.

21.05.2018
Anzeige