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Wirtschaft Kohlebaron steht vor Übernahme
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15:19 21.09.2018
Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky ist Großaktionär bei der Metro. Quelle: dpa
Prag

Der raketenhafte Aufstieg des Daniel Kretinsky ist selbst für postsozialistische Verhältnisse bemerkenswert. Der Tscheche begann Ende der Neunziger Jahre mit einem Einstiegsgehalt von umgerechnet knapp 850 Euro pro Monat bei einem Finanzinvestor und arbeitete sich bis zum Milliardär hoch. Nun greift der findige Geschäftsmann und gelernte Rechtsanwalt nach dem Handelskonzern Metro. Über Aktienkäufe und Kaufoptionen hat er sich den Zugriff auf mehr als 30 Prozent der Anteile gesichert.

Der Einstieg bei der Metro fällt etwas aus der Reihe. Bisher hatte sich Kretinsky auf die Energie- und Industriebranche konzentriert. Vor zwei Jahren übernahm seine EP-Holding (EPH) die Braunkohlesparte des schwedischen Vattenfall-Konzerns in Ostdeutschland. Der Tscheche wurde überraschend zum Kohlebaron in der Lausitz – und wettet darauf, dass Deutschland auf den fossilen Energieträger noch lange nicht verzichten kann. Im Herbst 2017 nahm EPH den Stadtwerken Hannover das Kohlekraftwerk Mehrum bei Peine ab.

Mit der Metro geht es seit Jahren bergab. Früher war der Konzern mit seinen Großmärkten, der Warenhauskette Kaufhof, den Elektronikmärkten Media Markt und Saturn sowie der Supermarktkette Real eine Großmacht im deutschen Handel. Einige schlechte Jahre, mehrere Firmenverkäufe und eine Aufspaltung später vereinigt die Metro nur noch die gleichnamigen Großmärkte und die nun ebenfalls zum Verkauf gestellte Supermarktkette Real unter ihrem Dach.

Kretinsky scheint das nicht abzuschrecken: „Wir sind uns bewusst, dass das Unternehmen Metro in einem dynamischen Umfeld operiert, sowohl im Hinblick auf die Marktentwicklung in einigen Regionen wie auch allgemein im Hinblick auf die Bedürfnisse und Vorlieben ihrer Kunden.“

 

Von Michael Heitmann

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