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Wirtschaft Berlin verbilligt die Nutzung der Gleise
Nachrichten Wirtschaft Berlin verbilligt die Nutzung der Gleise
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16:05 28.06.2018
Auf den Gleisen ist es oft schon sehr voll, aber die Bundesregierung will, dass noch mehr Züge rollen. Quelle: dpa
Berlin/Hannover

Die Regierungskoalition in Berlin will den Gütertransport auf der Schiene fördern. Dazu sollen Kostensenkungen für die Güterbahn-Betreiber beitragen. Jetzt gibt es eine erste Entscheidung: Schon zum 1. Juli sollen die Preise für die Nutzung der Gleise sinken. Die Bahnbranche begrüßte die Entscheidung, verlangte aber weitere Schritte.

Damit die Trassenpreise sinken können, stellt der Bund 175 Millionen Euro zur Verfügung. Dies beschloss der Haushaltsausschuss am frühen Donnerstagmorgen nach mehr als zwölfstündiger Beratung in der sogenannten Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2018. Die Summe entspricht der Hälfte des Betrages, der künftig jedes Jahr für diesen Zweck vorgesehen ist. Das Geld aus der Staatskasse soll die Unternehmen entlasten, die das deutsche Schienennetz für Gütertransporte nutzen.

Nach Angaben der in der Allianz Schiene zusammengeschlossenen Unternehmen könnten dadurch die Trassenkosten der Güterbahnen fast halbiert werden. CDU/CSU und SPD haben im Koalitionsvertrag die Förderung des Schienenverkehrs vereinbart und wollen „mehr Güterverkehr auf die umweltfreundliche Schiene verlagern“. Ausdrücklich genannte wird in diesem Zusammenhang auch die weitere Senkung der Trassenpreise.

Größter Trassenanbieter in Deutschland ist die Deutsche Bahn Netz AG – ihr gehören rund 90 des deutschen Schienennetzes, das etwa 40 000 Kilometer Gleise umfasst. Nach einem Bericht der Bundesnetzagentur betrugen die durchschnittlichen Nutzungspreise für einen Kilometer 4,57 Euro im Jahr 2016, neuere Angaben liegen noch nicht vor. Allerdings verbergen sich hinter dieser Durchschnittszahl große Unterschiede. So zahlten die Bahnunternehmen im Schienengüterverkehr im Schnitt knapp 3 Euro für einen Trassenkilometer. Bei nicht-bundeseigenen Anbietern von Schienenwegen waren es aber sogar 14,43 Euro, was an der geringen Auslastung liegen dürften. Nach Festellung der Netzagentur sind die Preise von 2012 bis 2017 kontinuierlich gestiegen. Im Güterverkehr lag der Anstieg demnach bei 12 Prozent.

Seit diesem Jahr gilt bei der Netztochter der Bahn allerdings ein völlig neues Preissystem. Jetzt richten sich die Trassenpreise unter anderem nach der jeweiligen Nachfrage und einigen anderen Faktoren. Die Preise je Trassenkilometer im Güterverkehr reichen von 1,67 Euro für Lokfahrten bis 4,05 Euro für sehr schwere Züge.

Vergangenes Jahr zahlten die Eisenbahnunternehmen nach Angaben der Allianz pro Schiene insgesamt rund 700 Millionen Euro Trassenentgelte für Güterzüge. Sie sehen den Beschluss des Haushaltsausschusses nur als ersten Schritt. Nun müssten auch die Preise für den Personenverkehr gesenkt werden. Außerdem fordert der Dachverband einen sogenannten Deutschland-Takt: Gemeint ist ein Zusammenspiel von Kombination von Nahverkehr, Fernverkehr, Bahn und Bus, das deutschlandweit gute Reise- und Umsteigemöglichkeiten auch in ländlichen Regionen bietet.

Von Albrecht Scheuermann

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