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Wirtschaft Logistikbranche warnt vor Lieferproblemen
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17:48 29.10.2018
Lkw-Fahrer sind nicht so leicht durch Technik zu ersetzen, wie viele meinen, sagen die Spediteure. Quelle: picture-alliance/ dpa
Hannover

Deutsche Unternehmen und Verbraucher müssen aufgrund des Mangels an Lkw-Fahrern zunehmend mit Lieferschwierigkeiten rechnen, warnt die Logistikbranche. „Es besteht die Gefahr, dass im Weihnachtsgeschäft nicht genügend Fahrzeuge unterwegs sein werden“, sagte ein Sprecher des Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) der HAZ. So hätten Speditionen bereits im zurückliegenden, besonders heißen Sommer die Nachfrage nach Mineralwasser nicht decken können.

Der BGL schätzt, dass bundesweit eine „mittlere fünstellige Zahl“ an Fahrern fehlt. Die Lücke werde schnell größer. Pro Jahr gehen dem Verband zufolge rund 30.000 Fahrer in den Ruhestand, während nur rund 16.000 Neulinge nachrücken. In der Vergangenheit hätten deutsche Speditionen in anderen EU-Ländern Nachwuchs gefunden, doch mittlerweile seien auch dort die Fahrer knapp.

Fahrer wird zum „Transport Manager“

Aus Sicht des Verbands verschärfen Berichte über künftig selbstfahrende Lastwagen das Problem. Die Diskussion schrecke den Nachwuchs ab, weil sie den Eindruck erwecke, Lkw-Fahrer sei ein Beruf ohne ausreichende Zukunftsperspektive. „Fakt ist jedoch: Auch im Flugzeug hat der Autopilot den Piloten nicht überflüssig gemacht“, betont der BGL. Genauso wenig ersetze das autonome Fahren den Fahrer.

Erstens werde es noch „viele Jahre“ dauern, bis Lkw auf manchen Straßen vom Computer gesteuert werden, betont der BGL. Und zweitens ersetze dieser selbst dann den Fahrer nicht: Der Mensch müsse die ihm anvertrauten Güter sichern und übergeben, die Technik überwachen sowie bei überraschenden Ereignissen eingreifen. „Deshalb wird der Lkw-Fahrer – auch wenn er in Zukunft vielleicht Transport-Manager heißen wird – auf lange Sicht hin nicht zu ersetzen sein.“

Spediteure kritisieren Auftraggeber

Für den Nachwuchsmangel sieht der Verband auch andere Ursachen. Die Arbeitsbedingungen müssten generell besser werden. Zum Beispiel würden manche Auftraggeber die Fahrer bei der Be- und Entladung schlecht behandeln. Oft seien die Wartezeiten „unkalkulierbar“ und die menschlichen Umgangsformen „unzureichend ausgeprägt“, klagt der BGL. „Industrie- und vor allem Handelsunternehmen müssen hier in ihrem ureigensten Interesse Verbesserungen anstreben und auch umsetzen.“

Bei der Bezahlung sieht der BGL schon Fortschritte: „Die Fahrerlöhne sind bereits im Steigflug begriffen“, heißt es bei dem Verband. Aus Sicht der Gewerkschaft Verdi ist das zu optimistisch formuliert. Die jüngsten Tarifabschlüsse hätten zwar Fortschritte bei Gehalt und Urlaubsanspruch gebracht, doch es gebe noch viel Luft noch oben, sagte Christoph Feldmann, Gewerkschaftssekretär für die Logistikbranche im Verdi-Bezirk Hannover.

Die Diskussion um autonome Lkw sieht der Gewerkschaftsmann allerdings ähnlich wie der Arbeitgeberverband BGL: „Der Fahrerberuf hat langfristig Zukunft“, betonte Feldmann.

Von Christian Wölbert

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