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Wirtschaft Nord/LB könnte in Megafusion aufgehen
Nachrichten Wirtschaft Nord/LB könnte in Megafusion aufgehen
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15:13 26.10.2018
Über die Zukunft der Nord/LB soll bis zum Jahresende entschieden sein. Quelle: dpa
Hannover/Frankfurt

Um eine Privatisierung der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) zu verhindern, loten die Sparkassen eine Großfusion im Lager der öffentlich-rechtlichen Institute aus. Deren Dachverband DSGV macht sich für einen Zusammenschluss der Landesbanken Helaba, Nord/LB, LBBW sowie des Fondsdienstleisters Deka und des Immobilienfinanzierers Berlin Hyp stark – und stößt damit bei der niedersächsischen Landesregierung auf offene Ohren.

„Eine Neuordnung der öffentlich-rechtlichen Bankenlandschaft ist meines Erachtens sinnvoll“, sagte Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) am Freitag, der auch Aufsichtsratschef der Nord/LB ist. „Solchen Diskussionsbeiträgen würde ich offen gegenüber stehen, genauso wie Überlegungen privater Investoren." Der hiesige Sparkassenverband hält sich dagegen bedeckt. „Wir kommentieren das nicht“, sagte ein Sprecher.

Mit seinem Vorstoß reagiert der Deutsche Sparkassen- und Giroverband auf die Investorensuche für die Nord/LB. Die Landesbank in Hannover benötigt wegen ihres großen Bestandes an faulen Schiffskrediten frisches Kapital in Milliardenhöhe. Die Träger der Bank haben ein Bieterverfahren begonnen, um einen neuen Anteilseigner zu finden – Niedersachsen darf allein kein Geld nachschießen, weil die EU-Kommission das als unerlaubte Beihilfe bewerten könnte. Damit stünde die Gefahr einer Abwicklung der Bank im Raum. Das Land hält derzeit knapp 60 Prozent der Anteile, knapp 6 Prozent liegen bei Sachsen-Anhalt – der Rest verteilt sich auf drei Sparkassenverbände.

Aktuell sollen noch sechs Bieter im Rennen sein – darunter die Helaba als einizige Landesbank. Neben Finanzinvestoren interessiert sich offenbar auch die Commerzbank für einen Einstieg bei der Nord/LB. Die Landesregierung sucht primär nach einem Minderheitsaktionär, die mehrheitliche Übernahme durch einen privaten Investor ist jedoch auch eine Option. Diese Variante wollen die Sparkassen ausschließen, weil die Nord/LB dann aus dem Haftungsverbund der Landesbanken ausscheiden müsste.

Man nehme das Bieterverfahren für die Nord/LB zum Anlass, „mögliche Optionen und Handlungserfordernisse für die Sparkassen-Finanzgruppe aufzubereiten und mit seinen Mitgliedern zu beraten“, erklärte der Spitzenverband DSGV. Der seit Januar amtierende Präsident Helmut Schleweis habe schon viele Gespräche zu dem Thema geführt, hieß es. Kurz nach seinem Amtsantritt hatte er bekundet, die Strukturen in dem Verbund mit seinen sieben Landesbanken, acht Landesbausparkassen und elf Erstversicherergruppen seien nicht zukunftsfähig: „Daran müssen wir arbeiten.“

Die Überlegungen im Sparkassen-Lager laufen offenbar auf eine zweistufige Lösung hinaus: Im ersten Schritt könnte die Helaba bei der Nord/LB einsteigen und sich anschließend mit ihr zusammenschließen. Die Landesbank Hessen-Thüringen hat vor einigen Jahren bereits Teile der inzwischen abgewickelten WestLB übernommen und betreut seither Sparkassen in Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Im Anschluss wäre dann eine Fusion mit der Landesbank Baden-Württemberg, der Deka und der Berlin Hyp möglich.

„Es gibt Sondierungsgespräche zu diesem Thema“, sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Sparkassenverbandes: „Der Ausgang ist aber völlig offen.“ Die Sparkassen im Südwesten sind neben dem Land und der Stadt Stuttgart die Eigner der größten deutschen Landesbank LBBW. Die Stuttgarter Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) steht einer Fusion eher ablehnend gegenüber. „Das was ich gelesen habe, hat mir nicht gefallen.“ Generell sei man aber zu Gesprächen bereit.

 

Von Jens Heitmann und Jörn Bender

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