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Wirtschaft LBS-Chef freut sich über Berliner Beschlüsse
Nachrichten Wirtschaft LBS-Chef freut sich über Berliner Beschlüsse
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00:17 11.02.2018
Rüdiger Kamp LBS-Chef Quelle: Archiv
Hannover

Die Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin-Hannover (LBS Nord) freut sich über die Berliner Beschlüsse zur Wohneigentumsförderung. Sie könnten auch dem Bausparen neuen Schwung geben, erhofft sich LBS-Chef Rüdiger Kamp. Der Bausparkasse käme dies sehr gelegen, da sie es zuletzt – vor allem wegen der niedrigen Baugeld-Zinsen - nicht leicht hatte, neue Kunden zu gewinnen. Damit steht sie in der Branche aber nicht allein. 

CDU/CSU und SPD haben sich in ihren Koalitionsverhandlungen auf einige Punkte geeinigt, die den Bausparkassen ins Konzept passen. So sollen künftig Familien beim Immobilienkauf zehn Jahre lang ein Baukindergeld von 1200 Euro pro Kind und Jahr erhalten. Geprüft wird außerdem eine Entlastung bei der Grunderwerbsteuer für alle, die erstmals eine Wohnung oder ein Haus erwerben. Kamp wies jedoch auf einen weiteren Punkt hin, der den Verkauf von Bausparverträgen direkt betrifft: Die Großkoalitionäre wollen die Wohnungsbauprämie attraktiver machen, die der Staat Bausparern zahlt. Sie hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren, zumal seit mehr als zehn Jahren weder ihre Höhe noch die dafür geltenden Einkommensgrenzen angepasst worden sind. Das Haupthindernis, das heute dem Eigenheimerwerb im Weg steht, ist laut Kamp der Mangel an Eigenkapital – was vor allem mit dem starken Anstieg der Immobilienpreise zusammenhänge. Deshalb sei es richtig, dass die Politik an diesem Problem ansetze. „Mehr sparen und möglichst früh damit beginnen“, sei die richtige Antwort. 

Doch auch unabhängig von politischen Entscheidungen möchte die LBS wieder mehr Gas geben. Dabei könnte ihr der jetzige Aufwärtstrend bei den Zinsen zugutekommen, weil steigende Zinsen stets das Interesse am Bausparen beleben. Noch sei der Aufwärtstrend aber nicht so richtig in der allgemeinen Wahrnehmung angekommen, erklärte LBS-Vorstandsmitglied Jan Putfarken. 

Das zurückliegende Jahr war dagegen von rückläufigen Geschäftszahlen geprägt. So wurden nur knapp 89 000 Bausparverträge abgeschlossen, 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch das Kreditgeschäft ging deutlich zurück. Dennoch äußerte sich Kamp sehr zufrieden, da das Betriebsergebnis mit 7,8 Millionen Euro sowohl den Vorjahreswert also auch die Planung deutlich übertraf. Dies liege vor allem daran, dass sich der Langfristzins am Kapitalmarkt besser entwickelte als gedacht. 

Die Schwäche im Neugeschäft führte Kamp in erster Linie auf äußere Einflüsse zurück. So war die Bausparkasse zuletzt vor allem mit den verschärften Aufsichtsregularien und der Neuausrichtung der Computersysteme ausgelastet. „Es hat uns ganz schön genervt, dass wir in den vergangenen Jahren so viel mit Dingen beschäftigt waren, die mit unserem Geschäft nichts zu tun haben“, erklärte der LBS-Chef. Jetzt allerdings wolle das Institut wieder den Schwerpunkt auf den Vertrieb legen. Die finanzielle Basis dafür sei mit einer harten Kernkapitalquote von 17,8 Prozent gelegt. „Das ist ein Polster, auf das wir stolz sind“, sagte Kamp.

Von Albrecht Scheuermann

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