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Wirtschaft Bosch bietet dem Silicon Valley die Stirn
Nachrichten Wirtschaft Bosch bietet dem Silicon Valley die Stirn
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16:49 30.01.2019
Das Bosch-Logo ist vor der Bosch-Konzernzentrale auf der Schillerhöhe zu sehen. Quelle: dpa
Stuttgart/Hannover

Der Autozulieferer Bosch will seine Kompetenzen im Bereich „Künstlicher Intelligenz“ (KI) ausbauen und den Marktführern aus dem Silicon Valley Konkurrenz machen. „Wir wollen das Thema als Innovationsführer selbst beherrschen und zur Weltspitze gehören“, sagte Konzernchef Volkmar Denner am Mittwoch in Stuttgart. Bis 2021 werde das Unternehmen die Zahl der KI-Experten auf 4000 vervierfachen. Bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts sollen alle Bosch-Produkte über „Künstliche Intelligenz“ verfügen.

Nach Einschätzung des Conti-Rivalen werden Autos ohne Lenkrad und Pedal zum „Game Changer für die individuelle Mobilität" – Roboter-Taxis oder Shuttle-Dienste sollen neue Geschäftsmodelle möglich machen, denen Experten einen Milliarden-Markt prognostizieren. Bosch werde deshalb einen großen Teil seiner Investitionen auf dieses Feld konzentrieren, sagte Denner. „Allein bis 2022 rechnen wir mit Vorleistungen in Höhe von 4 Milliarden Euro."

Bosch will diese Last nicht alleine stemmen. Für eine Kooperation mit anderen Herstellern sei man offen, hieß es. Beim autonomen Fahren arbeitet der Konzern bereits mit Daimler zusammen. „Wir haben immer gesagt, dass wir das nicht als exklusive Partnerschaft sehen“, sagte Denner. Es liefen Gespräche mit anderen Herstellern.

Die Bosch-Experten tüfteln derzeit an nahezu 150 KI-Projekten. So soll eine intelligente Kamera beispielsweise Fußgänger erkennen und deren Verhalten vorhersagen, um das Auto bei Bedarf schnell stoppen zu können. Ein Sensorsystem ist darauf ausgelegt, rechtzeitig den Verschleiß von Maschinenteilen zu melden, um so die Wartungskosten zu senken und die Produktivität zu erhöhen. „Der Algorithmus verwendet maschinelles Lernen, um zu hören, was defekt ist“, sagte Denner.

Bei konsumnahen Elektronikgeräten gesteht Bosch Konkurrenten aus den USA und China in bei der „Künstlichen Intelligenz“ einen erheblichen Vorsprung zu – dieses Know-how lasse sich jedoch nicht ohne Weiteres auf andere Branchen übertragen, sagte Denner: „Ohne Domänenwissen zu Verkehr, Industrie oder Gebäude bleibt ihr Potenzial hinter dem der industriellen ’Künstlichen Intelligenz’ zurück.“

Im Kreise der Autozulieferer hat Bosch in diesem Bereich die Nase vorn – zumindest mit Blick auf das Personal: Continental hat erst 400 KI-Spezialisten an Bord und möchte diese Zahl bis 2021 um 300 weitere Fachleute aufstocken. Der Konkurrent ZF hat noch keine eigene Einheit aufgebaut. Bei Conti fühlt man sich gegenüber Bosch nicht im Nachteil: KI-Experten seien aus hannoverscher Sicht nur die kreativen Entwickler, sagte ein Konzernsprecher. Darüber hinaus gebe es KI-Anwender, die dafür Sorge tragen, „dass bestehende Systeme mit validen Daten gefüttert werden, damit diese in Zukunft noch bessere Entscheidungen treffen können“.

Die Auto-Sparte ist das wichtigste Standbein von Bosch – sie machte 2018 rund 60 Prozent des Umsatzes von 77,9 Milliarden Euro aus. Für das laufende Jahr traut sich der Konzern wegen der unsicheren Konjunktur keine konkrete Umsatzprognose zu. Das operative Ergebnis soll einen ähnlichen Wert wie zuletzt erreichen – also rund 5,3 Milliarden Euro.

Von Annika Grah und Jens Heitmann

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