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Wirtschaft Kraftfahrt-Bundesamt soll Berichte geschönt haben
Nachrichten Wirtschaft Kraftfahrt-Bundesamt soll Berichte geschönt haben
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09:32 31.07.2017
Das Kraftfahrt-Bundesamt soll Berichte über Abschalteinrichtungen bei Porsche geschönt haben. Quelle: dpa
Flensburg

Schon vor einem Jahr soll das Kraftfahrt-Bundesamt festgestellt haben, dass Porsche bei seinen Abschalteinrichtungen getrickst hat. Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Das frühzeitige Herunterfahren der Abgasreinigungsraten beim Modell Macan sei „nach Vorschrift als Abschalteinrichtung zu sehen“, zitiert die Zeitung eine Ursprungsversion eines Prüfberichts.

Der Autobauer war mit dieser Formulierung offenbar nicht einverstanden und widersprach. Der Text wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP geändert. In der endgültigen Version des Berichts heißt es demnach: „Dies kann nach Vorschrift als eine Veränderung des Emissionsverhaltens des Abgassystems gesehen werden.“

Für den Grünen-Fraktionschef Oliver Kirscher ist das der Beweis, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CDU) schon im Frühjahr des vergangenen Jahres wusste, dass Porsche verbotene Abschalteinrichtungen einsetzt. „Damals wurde vertuscht. Jetzt spielt Minister Dobrindt Porsche als Bauernopfer aus, damit er nicht mit dem Abgas-Kartell in Verbindung gebracht wird“, sagte Krischer der „Bild“.

Weil erarbeitet Fünf-Punkte-Plan

Am Mittwoch treffen sich auf Einladung der Bundesregierung Industriemanager und Ministerpräsidenten der Autoländer in Berlin zum „Diesel-Gipfel“. Sie wollen dann über Konsequenzen aus dem Abgasskandal und den Kartellverdacht gegen fünf deutsche Autobauer sprechen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat einen Fünf-Punkte-Plan zur künftigen Automobilpolitik in Deutschland erarbeitet. Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland sagte er: „Es müssen Anreize für den Umstieg von alten Diesel- auf Euro6- und Elektroautos geschaffen werden.“ Denkbar seien „steuerliche Anreize oder eine Art Klimaprämie, die von Industrie und Staat angeboten wird“.

Weil sagte, die Industrie müsse sich zur Nachbesserung von Diesel-Autos verpflichten, der Staat wiederum sei „in der Pflicht, großflächige Fahrverbote zu verhindern“. Es genüge aber nicht, beim Dieselgipfel nur die aktuelle Dieselkrise zu bearbeiten. Weil, der auch dem Aufsichtsrat von VW angehört, will auch „Perspektivthemen“ auf die Agenda des Gipfels setzen, zum Beispiel den forcierten Ausbau des Ladenetzes für Elektroautos.

Von RND/are

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