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Nachrichten Wirtschaft Kooperation mit Ford soll Standort Stöcken stärken
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00:18 23.06.2018
Bei Volkswagen Nutzfahrzeuge läuft unter anderem der T6 vom Band. Quelle: (Foto Christian Behrens)
Hannover

Volkswagen will bei der Entwicklung leichter Nutzfahrzeuge mit dem US-Konkurrenten Ford kooperieren. Man prüfe eine strategische Zusammenarbeit, teilten die beiden Konzerne in der Nacht zu Mittwoch mit. Eine mögliche Partnerschaft solle jedoch auf einzelne Projekte beschränkt bleiben – gegenseitige Beteiligungen der Unternehmen stünden nicht auf der Agenda, hieß es.

Die Kooperation zielt vor allem auf die Entwicklung neuer Modelle. „Die Markt- und Kundenanforderungen verändern sich mit einer rasanten Geschwindigkeit“, sagte der Leiter der VW-Konzernstrategie, Thomas Sedran. Der Blick richtet sich hier vor allem auf neue Antriebsarten, insbesondere die Elektromobilität. Ziel sei es, sich die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung zu teilen und auf weiteren Feldern nach Synergien zu suchen, verlautete aus Unternehmenskreisen.

Partnerschaften verbreitet

In der Nutzfahrzeugbranche sind Partnerschaften verbreitet. „Solche Kooperationen sind die richtige Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft“, sagte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management. Bei leichten Nutzfahrzeugen spiele die Marke für die Kunden nur eine untergeordnete Rolle, sagte Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer: „Das entscheidende Kriterium sind hier die Kosten pro Kilometer.“ Durch Kooperationen könnten die Hersteller Synergien heben, von denen am Ende auch die Autokäufer etwas hätten.

Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) verfügt hier bereits über Erfahrungen. So hat etwa der Rivale Daimler über Jahre den Großtransporter Crafter im Auftrag der hannoverschen VW-Tochter produziert, der mit dem Mercedes Sprinter so gut wie baugleich war. Im Jahr 2013 erklärte Daimler die Kooperation jedoch für beendet, weil der Konzern die Kapazitäten selbst benötigte. VWN baut den Crafter heute in seinem Werk in Poznan.

VWN-Chef zuversichtlich

Bei Volkswagen hofft man darauf, dass die Zusammenarbeit mit Ford von längerer Dauer sein wird. Von Ende der Achtziger bis Mitte der Neunziger Jahre hätten die beiden Konzerne bereits bei gemeinsamen Projekten in Südamerika und in Portugal gut harmoniert, heißt es in einem Schreiben von VWN-Chef Eckhard Schulz an die Belegschaft, das der HAZ vorliegt: „Für Volkswagen Nutzfahrzeuge wäre die strategische Zusammenarbeit eine Chance, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.“ Für die Beschreibung konkreter Projekte sei es aber noch zu früh, schrieb Scholz.

Unterstützung für die geplante Partnerschaft kommt auch von den Arbeitnehmervertretern. „Wir stehen der Kooperation positiv gegenüber, wenn sie die Auslastung und Beschäftigung am Standort Hannover sichert", sagte die Betriebsratsvorsitzende Bertina Murkovic. Nach dem 2016 vereinbarte Zukunftspakt soll der Standort Stöcken mit seinen rund 16.000 Beschäftigten zum Leitwerk für leichte Elektro-Nutzfahrzeuge ausgebaut werden – Kündigungen sind bis 2025 ausgeschlossen. Vor diesem Hintergrund werde der Betriebsrat in den nächsten Wochen mit dem Management eine gemeinsame Basis für eine Kooperation mit Ford ausloten, heißt es in einem Schreiben an die Kollegen.

Von Jens Heitmann

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