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20:02 08.01.2019
Erkennungsmerkmal Kussmund: Aida hat zur Verjüngung des Publikums beigetragen. Quelle: dpa-tmn
Hannover

Ted Cruises wittert eine Marktlücke: Das Unternehmen will noch in diesem Jahr ein Kreuzfahrtschiff zum „ersten schwimmenden Pflegeheim der Welt“ umbauen. Auf der „MS Lebenstraum“ werden die Kabinen dauerhaft an Ruheständler vermietet, die ihren Lebensabend auf hoher See verbringen wollen. Eine Innenkabine gibt es ab 2900 Euro im Monat, Betreuung und Pflege „durch qualifiziertes Personal“ inklusive. Ein Teil der Kosten könne die Pflegeversicherung übernehmen, heißt es.

Noch vor geraumer Zeit wäre so ein Vorhaben kaum aufgefallen – Kreuzfahrten haftete lange ein hausbackenes Image an, wenn auch auf gehobenem Niveau: Eine Reiseform für ältere Menschen, mit Dresscode und Captain’s Dinner. Diesem Klischee ist die Branche jedoch schon eine ganze Weile entwachsen, nur noch jeder fünfte Gast an Bord ist heute über 60 Jahre alt. Das Gros der Gäste stellt heute die Generation der „Babyboomer“, also die starken Jahrgänge zwischen 1955 bis 1964.

Diese Altersgruppe hatte Kreuzfahrten lange entweder als zu teuer oder als zu steif empfunden – bis die launige Zwanglosigkeit der Clubschiffe von Aida für eine andere Atmosphäre sorgte. Essen und Shows sind an Bord dieser Gute-Laune-Dampfer meist inklusive, über Landgänge entscheiden Laune und Budget.

Nur in den Häfen droht die Begeisterung allmählich zu kippen: Tausende Tagesgäste sorgen zwar für viel Betrieb beim Sightseeing – Restaurants oder Souvenir-Shops aber bringen sie meist nur wenig ein. Dafür stoßen die Schiffe viele Schadstoffe aus. Auf See mag es kein Limit für den Kreuzfahrt-Boom geben – an Land hingegen schon.

Von Jens Heitmann

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