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21:04 07.01.2019
Hat das China-Geschäft zur Chefsache erklärt: Der VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess. Quelle: Michael Sohn/AP
Hannover

Die Antwort auf den Fachkräftemangel heißt bei Volkswagen Herbert Diess: Der 60-Jährige ist nicht nur Vorstandschef des Konzerns, er führt zudem die Marke VW und die sogenannte Volumengruppe, zu der auch Skoda und Seat gehören. Überdies kontrolliert er die Töchter in Tschechien und Spanien zusätzlich als Aufsichtsratschef, ebenso Audi. Insofern überrascht es wenig, dass der Manager nun auch noch das China-Geschäft selbst führen will.

So eine Machtfülle hatte nicht einmal sein Vorgänger Martin Winterkorn – und mancher sieht in dieser sehr speziellen Wolfsburger Führungskultur eine wesentliche Ursache für die Dieselaffäre, zumindest für deren Dimension. Auch das Beispiel von Carlos Ghosn zeigt die Risiken solcher Konstruktionen: Wegen der Untersuchungshaft des Chefs sind Renault, Nissan und Mitsubishi derzeit nur eingeschränkt handlungsfähig.

Die Autokonzerne stehen mit dem Problem nicht allein: Auch bei Amazon, Apple oder Berkshire Hathaway sind Manager wie Tim Cook, Jeff Bezos oder Warren Buffett weit mehr als nur das bekannteste Gesicht ihres Unternehmens – den Aktionären erscheinen sie als unersetzlich. Dass es anders geht, zeigt ausgerechnet eine Branche, um deren Ruf es im Allgemeinen nicht so gut bestellt ist: Bei den größten börsennotierten Finanzinvestoren Blackstone, KKR und Carlyle sollen die Gründer künftig eine weniger ausgeprägte Rolle spielen.

Von Jens Heitmann

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