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Wirtschaft Management im Krisenmodus
Nachrichten Wirtschaft Management im Krisenmodus
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00:44 15.10.2018
Conti steht vor einem Umbau. Quelle: dpa
Hannover

Dass Continental heute weit mehr ist als eine „Caoutchouc- und Gutta-Percha Compagnie“ und sich seit der Gründung im Oktober 1871 mehrmals grundlegend gewandelt hat, wird nicht nur dankbaren Aktionären aufgefallen sein. Selbst für professionelle Beobachter hat sich das Wachstum zuletzt jedoch in einem Maße beschleunigt, das es immer schwerer macht, die Geschäfte im Detail zu überblicken. Dabei ist es aber nur ein geringer Trost, dass es dem Vorstand offenbar ähnlich geht – anders sind zwei Gewinnwarnungen innerhalb weniger Wochen kaum zu erklären.

Mehr als 100 Zukäufe seit der Jahrtausendwende machen deutlich, wie komplex und unübersichtlich der Konzern inzwischen geworden ist. Continental beschäftigt mehr als 240 000 Mitarbeiter, unterteilt seine Geschäfte in 27 Bereiche und steuert auf einen Umsatz von 50 Milliarden Euro zu. Im Vorstand hat man schon früher geahnt, dass sich dieses komplexe Gebilde nicht länger zentral aus Hannover führen lässt – doch die Konsequenzen wurden spät gezogen. Nun muss der Umbau des Unternehmens parallel zu dem wohl größten Wandel der gesamten Branche stattfinden.

Nach außen trägt die Konzernführung immer noch die selbstbewusste Gelassenheit zur Schau wie zu den Zeiten, als der Aktienkurs einen Rekordwert nach dem anderen erreichte. Intern jedoch agiert das Management im Krisenmodus: Wenn Conti die Problemsparte Powertrain nicht schnell wieder auf Kurs bringt, gerät nicht nur deren geplanter Börsengang im nächsten Jahr in Gefahr – dann stünde auch das Vertrauen der Anleger in die Verlässlichkeit des Vorstandes infrage.

Von Jens Heitmann

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