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Wirtschaft Kliniken sollen sich stärker spezialisieren
Nachrichten Wirtschaft Kliniken sollen sich stärker spezialisieren
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21:51 19.03.2018
Martin Litsch, Vorsitzender des AOK-Bundesverbandes fordert eine stärkere Spezialisierung der Krankenhäuser. Quelle: ZB
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Berlin

 Die Allgemeinen Ortskrankenkassen dringen auf eine Zentralisierung des Krankenhaus-Angebots. In Deutschland gebe es zu viele kleine Kliniken, die alle das Gleiche anbieten - meist mit schlechterer Qualität als spezialisierte Häuser.  Bund und Länder sollten deswegen ein gemeinsames Ziel für 2025 erarbeiten, sagte der Chef des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, am Montag in Berlin.  „Ein deutlicher Schritt wäre es bereits, wenn zukünftig Kliniken mit mehr als 500 Betten nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel in der Krankenhauslandschaft bilden.“

Die Forderungen fußen auf einer Studie des Wissenschaftliches Institut (Wido) der AOK: Demnach würde eine stärkere Zentralisierung des medizinischen Angebots zu einer Verbesserung der Qualität führen. Beispiel Darmkrebs: Jedes Jahr erkranken daran hierzulande rund 60.000 Menschen: 40 Prozent von ihnen sterben in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose. Dabei seien die Überlebenschancen für Menschen, die das Glück haben, in einem der von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Zentren behandelt zu werden, deutlich höher, hieß es.

Doch die Realität sehe anders aus:  So nahmen 2015 beispielsweise mehr als 1000 Krankenhäuser Darmkrebs-Operationen vor - ein Viertel davon aber maximal 17 im Jahr.  Würden derartige Eingriffe nur noch in Spezialzentren oder Kliniken mit mindestens 50 Operationen pro Jahr gemacht, blieben 385 Häuser übrig, sagte Wido-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Der mittlere Anfahrtsweg für Patienten würde sich dadurch von acht auf 16 Kilometer verdoppeln: „Mit Blick auf die Therapiequalität und die höheren Überlebenschancen sollte das aber kein Thema sein.“

Auch für Notfallversorgung gelte das gleiche Prinzip, hieß es.  Wenn Herzinfarkte nur noch in Kliniken behandelt würden, die ein Herzkatheder-Labor an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr mit Fachärzten besetzen können, könnte die Sterberate deutlich gesenkt werden. Tatsächlich jedoch wurden im Beobachtungszeitraum 225.000 Herzinfarkte in 1400 Kliniken behandelt, von denen ein Viertel der Häuser im Schnitt nur einen Herzinfarkt im Monat behandelte – und in der Regel ohne Herzkatheder-Labor. „Wer es ernst meint mit einer qualitativ hochwertigen Versorgung, kommt daher an strukturellen Veränderungen der Krankenhauslandschaft nicht vorbei,“ sagte AOK-Chef Litsch.

Die Deutsche Krankenhaus-Gesellschaft (DLG) lehnt diese Forderung nicht pauschal ab – sie fordert jedoch eine stärkere Differenzierung. Aus den Daten der AOK gehe beispielsweise nicht hervor, wie viele Herzinfarkt-Patienten ohne Zeitverzögerung behandelt werden mussten – die Ausstattung der Kliniken könne im Akutfall zweitrangig sein, erklärte DLG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum: „Wir dürfen hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.“

Von dpa

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