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Wirtschaft Karstadt wächst, Kaufhof kämpft
Nachrichten Wirtschaft Karstadt wächst, Kaufhof kämpft
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13:27 17.05.2018
Geht offenbar besseren Zeiten entgegen: Der Warenhauskonzern Karstadt plant erstmals nach rund 30 Jahren wieder neue Filialen. Quelle: dpa
Düsseldorf

Der Warenhauskonzern Karstadt plant erstmals nach rund 30 Jahren wieder neue Filialen. „In den kommenden Wochen ist bereits die Grundsteinlegung für das neue Haus im Tegel-Center in Berlin“, sagte Karstadt-Chef Stephan Fanderl dem „Handelsblatt“. „Dazu kommt ein zweites Haus in der Hauptstadt, das wir bis Ende des Jahres eröffnen werden.“

Außerdem will die Warenhauskette wieder ins Möbelgeschäft einsteigen. Karstadt habe die Möbelkette Who’s Perfect in den vergangenen eineinhalb Jahren in drei Filialen getestet und sei dabei sehr erfolgreich gewesen, berichtete Fanderl. „Die Leute gehen wieder stärker in die Innenstadt, um Möbel zu kaufen“, betonte der Manager. Nicht umsonst nehme auch Ikea inzwischen City-Standorte ins Visier.

Schritt für Schritt aus der Krise

Fanderl hatte 2014 die Leitung der angeschlagenen Warenhauskette übernommen und das Unternehmen seitdem Schritt für Schritt aus der Krise geführt. Für das Geschäftsjahr 2016/2017 wies das Essener Traditionsunternehmen mit seinen 79 Warenhäusern in ganz Deutschland trotz rückläufiger Umsätze erstmals seit zwölf Jahren wieder unter dem Strich einen Gewinn von 1,4 Millionen Euro aus, wie aus dem im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschluss hervorgeht.

Er sei optimistisch, dass Karstadt auch im laufenden Geschäftsjahr trotz des für die Modebranche schwierigen Jahresbeginns „auf der richtigen Seite der Gewinn-und-Verlustrechnung“ landen werde, sagte Fanderl im Interview. Das Unternehmen werde die Modernisierung seiner Kaufhäuser weiter mit großer Kraft vorantreiben und dabei verstärkt auf Warengruppen wie Wäsche, Damenblusen und -hosen, Strickwaren, Naturkosmetik und Kleinelektrogeräte setzen, bei denen das Unternehmen schon stark sei. Außerdem will Fanderl das Online-Geschäft ausbauen. „Wir wollen unsere Online-Tochter Karstadt.de zu einem Marktplatz machen, auch für andere Händler, die zu uns passen.“

Kaufhof-Chef fordert Gehaltskürzungen

Beim Konkurrenten Kaufhof stehen derweil schwierige Sanierungstarifverhandlungen bevor. Kaufhof-Chef Roland Neuwald hat am Donnerstag noch einmal seine Forderung nach Einschnitten bei den Gehältern der rund 18.000 Beschäftigen bekräftigt. „Natürlich ist es schwer für die Mitarbeiter, wenn es zu finanziellen Einbußen kommt“, sagte Neuwald der „Wirtschaftswoche“. „Aber die wirtschaftliche Lage lässt uns keine andere Wahl: Die Personalkosten müssen runter.“

Die Verhandlungen zwischen der Kaufhof-Führung und Verdi sollen am Freitagmittag in Frankfurt beginnen. Neuwald hatte bereits im April deutlich gemacht, das er bei den Personalkosten „pro Jahr Einsparungen im höheren zweistelligen Millionenbereich“ für notwendig hält. Denkbar sein Einschnitte etwa bei Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld und das Aussetzen von Tariferhöhungen.

Online-Geschäft soll ausgebaut werden

Verdi hatte sich zu Sanierungstarifverhandlungen bereit erklärt, nachdem Wirtschaftsprüfer im Auftrag der Gewerkschaft die Situation bei dem angeschlagenen Konzern überprüft hatten. Allerdings will Verdi nicht nur über die Tarife reden, sondern auch Einfluss auf das Sanierungskonzept nehmen.

Kaufhof kämpft zurzeit mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Neuwald will eine Trendwende bis 2020 schaffen. Das Sanierungsprogramm „Turn2Win“ sieht neben Einsparungen unter anderem eine Stärkung des Online-Geschäfts und den Ausbau der Zusammenarbeit mit externen Partnern wie der Kosmetikkette Sephora oder dem Modelabel Topshop vor. Der Manager sieht in den kommenden Jahren „ein Ertragssteigerungs- und Sparpotenzial von insgesamt mehreren Hundert Millionen Euro“.

Von dpa/RND

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