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Wirtschaft Karstadt und Galeria Kaufhof besiegeln Fusion
Nachrichten Wirtschaft Karstadt und Galeria Kaufhof besiegeln Fusion
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11:06 11.09.2018
Filialen von Galeria Kaufhof und Karstadt stehen in Trier nebeneinander. Quelle: Michael Gottschalk/Getty Images
Essen/Köln

Die beiden großen deutschen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof schließen sich zusammen. Die Verträge über die Fusion sind bereits unterzeichnet. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa aus Konzernkreisen.

Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet. Demnach hätten sich die Eigentümer von Karstadt und Kaufhof, die österreichische Signa Holding und das kanadische Unternehmen Hudson’s Bay Company, auf die Gründung eines Joint Venture geeinigt. Im Laufe des Dienstags soll dies offiziell bekannt gegeben werden.

Gegründet werden soll laut dem Bericht die Deutsche Warenhaus-Holding. Die Namen Galeria Kaufhof und Karstadt sollen aber erhalten bleiben. Offen sei noch der Sitz des neuen Konzerns. Die zuständigen Kartellbehörden müssen allerdings noch zustimmen.

Mehrheit soll bei Signa-Holding liegen

Offiziell ist laut Informationen der dpa von einer „Fusion unter Gleichen“ die Rede. Doch wird Karstadt-Chef Stephan Fanderl die Leitung des Warenhaus-Konzerns übernehmen. Und auch die Mehrheit der Anteile am neuen Unternehmen liegt künftig bei der Signa-Holding des Karstadt-Eigentümers René Benko: Signa erhält 50,01 Prozent, HBC 49,99 Prozent.

Besonders kritisch ist die Situation zurzeit bei Kaufhof. Die Kölner kämpfen seit der Übernahme durch HBC Ende 2015 mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Karstadt hat nach einer harten Sanierung unter der Führung Fanderls gerade erst die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft.

Die Fusion und die damit einhergehende Bündelung von Einkaufsmacht dürfte es Kaufhof und Karstadt ermöglichen, bessere Konditionen von den Lieferanten zu bekommen. Außerdem könnten nach Einschätzung von Branchenkennern in der Verwaltung, Datenverarbeitung und Logistik beträchtliche Summen gespart werden. Offen ließen die Warenhausketten zunächst, ob im Zuge der Fusion auch Filialschließungen geplant sind. Auch zu einem möglichen Stellenabbau gab es keine Angaben.

Kartellbehörden wollen Pläne genau unter die Lupe nehmen

Ein Wort mitzureden haben die Wettbewerbshüter. Kartellamtspräsident Andreas Mundt kündigte bereits an, die Fusionspläne auf jeden Fall genau unter die Lupe zu nehmen: „Wir stellen uns auf ein extrem umfangreiches und aufwendiges Verfahren ein.“ Es müssten sowohl die Folgen für die Kunden als auch für die Lieferanten geprüft werden.

Dabei müsse man nicht nur den stationären Handel berücksichtigen, sondern auch den Online-Handel. „Wir hatten bisher noch keinen Fall, in dem wir uns in diesem Umfang mit diesen Fragen auseinandersetzen mussten“, sagte Mundt.

Banken hatten am Mittwochabend zugestimmt

Die Gewerkschaft Verdi hatte schon beim Bekanntwerden der Fusionsgespräche betont, dass für sie im Fall eines Zusammenschlusses drei Themen im Vordergrund stünden: „die Tarifbindung, die Beschäftigungssicherung und die Standortsicherung“.

Bereits vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die Fusion so gut wie perfekt ist: Am vergangenen Mittwoch hatten die Banken nach monatelangen Verhandlungen dieser zugestimmt.

Von RND/dpa/das