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Wirtschaft K+S: Aus für Salz-Tochter in Hannover
Nachrichten Wirtschaft K+S: Aus für Salz-Tochter in Hannover
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00:23 01.09.2018
Zu Esco gehört auch dieses Salzbergwerk in Berneburg (Sachsen-Anhalt). Quelle: Esco
Hannover

Der Kasseler Konzern K+S schließt die Europa-Zentrale seiner Salztochter Esco in Hannover. Ein Großteil der knapp 100 Beschäftigten verliert dadurch den Job. Das Unternehmen will ihnen aber neue Arbeitsplätze in Kassel anbieten.

Eine Konzernsprecherin bestätigte am Mittwoch in Kassel die Entscheidung: „Hannover wird kein Verwaltungsstandort bleiben.“ Nur noch das Auftausalzgeschäft mit den Gemeinden solle künftig von dort aus geführt werden. In Hannover sind etwa 15 Menschen beschäftigt. Die anderen drei Kunden-Segmente sowie die Verwaltungsaufgaben würden in Kassel „gebündelt“. Dem Vernehmen nach hat der K+S-Vorstand die Beschäftigten in Hannover zum Wochenbeginn über die Pläne informiert.

Schließung im Zusammenhang mit neuer Konzernstrategie

Die European Salt Company, kurz Esco, ist der größte Salzproduzent in Europa mit etlichen Standorten im In- und Ausland – darunter auch einem Bergwerk im niedersächsischen Grasleben. Die Verwaltungszentrale der 2002 gegründeten K+S-Tochter befand sich bislang in Hannover. Esco ist Teil des globalen Salz-Geschäftes des Kasseler Kalikonzerns, der in diesem Segment auch weltweit an der Spitze steht.

Die Schließung in Hannover steht im Zusammenhang mit der neuen Strategie des Konzerns, die sein neuer Chef Burkhard Lohr verfolgt. Die Organisation des bislang in die beiden Produktbereiche Kali und Salz aufgeteilten Unternehmens wird umgekrempelt, stattdessen gilt künftig eine Aufteilung nach Kundengruppen. Der Umbau soll ab 2020 das Ergebnis um 150 Millionen Euro verbessern. Das Unternehmen hat seit einiger Zeit enttäuschende Zahlen abgeliefert, sodass der Kurs seiner im Mittelwerte-Index MDax notierten Aktie stark gelitten hat. Dennoch erwartet K+S für das Jahr 2018 ein gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessertes Ergebnis.

K+S: „Ziel, Kündigungen möglichst zu vermeiden“

Der Konzern mit seinen weltweit knapp 15.000 Mitarbeitern fährt seine früher umfangreichen Aktivitäten in der Region Hannover seit vielen Jahren herunter. So steht jetzt das Kali-Bergwerk Sigmundshall in Wunstorf vor der Schließung. Erst vor einigen Wochen hat sich der Vorstand mit dem Betriebsrat auf einen Sozialplan für die mehr als 700 Beschäftigten geeinigt. Andere Bergwerke, etwa in Sehnde und in Sarstedt, sind schon vor Jahrzehnten geschlossen worden.

Auch in Hannover bei Esco haben Gespräche zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern begonnen. Dabei geht es unter anderem um Hilfen für Mitarbeiter, die nach Kassel zur Konzernzentrale wechseln wollen. „Klares Ziel ist es, Kündigungen möglichst zu vermeiden“, hieß es in Kassel.

Gewerkschaft: „Unternehmen muss wettbewerbsfähig bleiben“

Laut Ralf Becker, Landesbezirksleiter der IG Bergbau-Chemie-Energie, kommt der Abzug der Esco-Verwaltung aus Hannover „nicht superüberraschend“. Die Gewerkschaft wolle nun in den Verhandlungen über einen Sozialplan und Interessensausgleich das Beste für die Mitarbeiter herausholen. Er äußerte Verständnis für die Entscheidung: „Insgesamt ist die Strategie richtig. Das Unternehmen muss wettbewerbsfähig bleiben“.

Die Entscheidung von K+S, die Zentrale der Tochter Esco in Hannover zu schließen, ergibt sich aus der neuen Strategie – aber die Beschäftigten zahlen den Preis, meint unser Kommentator.

Von Albrecht Scheuermann

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