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Wirtschaft Arbeitsmarkt in Niedersachsen bricht zwei Rekorde
Nachrichten Wirtschaft Arbeitsmarkt in Niedersachsen bricht zwei Rekorde
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15:48 30.10.2018
Agenturchefin Bärbel Höltzen-Schoh erwartet weiterhin positive Trends am Arbeitsmarkt in Niedersachsen Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Dank der guten Konjunktur hat der Arbeitsmarkt in Niedersachsen zwei Bestmarken erreicht. Erstmals gibt es im Bundesland mehr als 3 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote mit 5,0 Prozent einen historischen Tiefstand gesunken, wie die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Hannover mitteilte.

Von der Entwicklung profitierten „alle Zielgruppen“, betonte Bärbel Höltzen-Schoh, Landeschefin der Agentur für Arbeit. Zum Beispiel hätten auch mehr Geflüchtete, Ältere und Frauen eine Tätigkeit aufgenommen. Höltzen-Schoh zeigte sich optimistisch, dass der Arbeitsmarkt im Bundesland sich auch weiterhin gut entwickelt.

Schwierig bleibe die Lage aber für Langzeitarbeitslose und Unqualifizierte. Sie benötigten zielgenaue und individuelle Unterstützung. 37 Prozent der Arbeitslosen sind ein Jahr oder noch länger auf Jobsuche.

Emsland Spitzenreiter, Wilhelmshaven Schlusslicht

Die Arbeitslosenquote sank von 5,5 Prozent im Oktober 2017 und 5,1 in diesem September auf 5,0 Prozent. Bundesweit liegt die Quote bei 4,9 Prozent, im Nachbarland Bremen wurden im Oktober 9,5 Prozent Arbeitslose registriert.

Regional ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt sehr unterschiedlich: Während die Arbeitslosenquote im Emsland bei nur 2,3 Prozent liegt, sind in Wilhelmshaven 10,1 Prozent der Menschen arbeitslos gemeldet. Wie im Emsland ist die Lage auch im angrenzenden Umland positiv: In der Grafschaft Bentheim sind 2,7 Prozent der Menschen ohne Job, im Landkreis Osnabrück liegt die Quote bei 2,9 Prozent. In der Region Hannover beträgt sie 6,4 Prozent und liegt dort wie überall im südlichen Niedersachsen etwas über dem Landesdurchschnitt.

Die Rekord-Beschäftigung mit etwas mehr als drei Millionen sozialversicherungspflichtigen Jobs nach den aktuellsten Zahlen im August ist das Ergebnis einer dauerhaften Entwicklung. So nahm die Zahl der Jobs seit 2008 von rund 2,4 Millionen in den vergangenen Jahren kontinuierlich zu. Im Oktober meldeten sich knapp 52 800 Menschen neu oder erneut arbeitslos, rund 56 500 Frauen und Männer beendeten dagegen ihre Arbeitslosigkeit.

Unternehmen hoffen auf Weiterbildung für Arbeitslose

Die Unternehmensverbände Niedersachsen (UVN) rechnen ebenfalls damit, dass der Bedarf an Fachkräften weiter steigt. „Es ist erstaunlich: Rente mit 63, Entgelttransparentgesetz, Recht auf Teilzeit – allen bürokratischen Hürden zum Trotz brummt der Arbeitsmarkt“, sagte Volker Müller, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeber-Dachverbands. Vor allem Langzeitarbeitslose sollten durch Aus- und Weiterbildung in den ersten Arbeitsmarkt gebracht werden, forderte er.

Von Christian Wölbert und Thomas Struk

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