Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft IWF: Handelskonflikt könnte Weltwirtschaft massiv schaden
Nachrichten Wirtschaft IWF: Handelskonflikt könnte Weltwirtschaft massiv schaden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:46 22.07.2018
Christine Lagarde, Direktorin des Internationalen Währungsfonds. Quelle: AP
Anzeige
Buenos Aires

Der heftige Handelsstreit der USA mit China und der Europäischen Union wird der Weltwirtschaft nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds massiv schaden. „Im schlimmsten Fall“ könnten sich die Auswirkungen auf die globale Wirtschaftsleistung nach aktuellen Maßstäben in der Bandbreite von 0,5 Prozent bewegen, sagte IWF-Direktorin Christine Lagarde am Sonnabend bei einem Treffen von G20-Finanzministern und Notenbankchefs in Buenos Aires.

Die USA und China haben sich jeweils mit Strafzöllen auf Güter im Wert von 34 Milliarden Dollar belegt, weitere Zölle im Umfang von jeweils 16 Milliarden Dollar sind in Vorbereitung. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erwägt weitere Zölle auf chinesische Güter im Wert von 200 Milliarden Dollar. Trump hat mit zusätzlichen Zöllen im Umfang von 300 Milliarden Dollar gedroht.

Mnuchin sieht US-Wirtschaft nicht bedroht

Trotz der Sackgasse im Handelsstreit hat US-Finanzminister Steven Mnuchin im Rahmen des G20-Treffens nach Angaben von US-Regierungsvertretern keine Treffen mit chinesischen Kollegen angesetzt.

Die US-Wirtschaft sieht Mnuchin durch die Handelspolitik Trumps im Großen und Ganzen nicht bedroht. Doch hätten einzelne amerikanische Sektoren zu leiden, da sie von anderen Ländern mit Vergeltungszöllen „unfairerweise“ ins Visier genommen würden, sagte Mnuchin am Sonnabend vor Reportern am Rande des Finanzministertreffens. Damit meine er zum Beispiel die Hummer-Industrie im US-Staat Maine, das Geschäft mit Bourbon Whiskey in Kentucky oder Sojabohnen. Die US-Regierung prüfe aber Wege, um betroffenen US-Farmern und Industrien zu helfen.

Unterdessen bot Mnuchin der EU Gespräche über die künftigen Handelsbeziehungen angeboten. „Wir würden ein Handelsabkommen akzeptieren, frei, ohne Zölle“, sagte er. „Unser Ziel ist ein freier, offener und ausgeglichener Handel.“

US-Wirtschaft könnte größter Verlierer des Handelsstreits sein

Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz warb beim Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in der argentinischen Hauptstadt für einen freien und fairen Welthandel. „Die Wohlstandsgewinne sind für alle größer, wenn wir kooperieren“, sagte der SPD-Politiker.

Tatsächlich zeigt eine Analyse des IWF, dass ausgerechnet die US-Wirtschaft wegen drohender Strafzölle in zahlreichen Ländern der größte Verlierer im Handelsstreit sein könnte.

Die argentinische G20-Präsidentschaft hatte eigentlich die Zukunft der Arbeit und die Verbesserung der Infrastruktur für das Wochenende auf die Agenda gesetzt. Angesichts des Zollstreits zwischen den USA, China und der Europäischen Union drehte sich aber wieder alles um den globalen Handel. „Handelskonflikte sind ein großes Thema“, sagte Scholz.

Von RND/dpa

Anzeige