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Nachrichten Wirtschaft IG Metall droht Abweichlern mit Ausschluss
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00:15 31.03.2017
Von Jens Heitmann
Bei VWN in Stöcken hat die IG Metall Konkurrenz. Quelle: Holger Hollemann
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Hannover

Das geht aus einem Schreiben hervor, das der HAZ vorliegt.

Neben den zehn Vertretern der Kapitalseite sitzen im VW-Aufsichtsrat ebensoviele Vertreter der Arbeitnehmer. Letztere werden von etwa 800 Delegierten gewählt, die am 6. April in Wolfsburg zusammenkommen - entsandt werden diese von den 115 Werken weltweit. 114 Standorte haben die Delegierten per Einheitsliste und Friedenswahl bestimmt - also ohne Urnengang.

Das hatte die IG Metall auch in Stöcken angestrebt, jedoch ohne Erfolg. Dafür ist der Spalt in der hannoverschen Belegschaft zu groß: Seit Jahren stemmt sich eine Minderheit gegen die Dominanz der Gewerkschaft. Ihr bisher größter Erfolg war ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts, dass wegen Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung eine Betriebsratswahl für ungültig erklärte.

Bei der Delegiertenwahl Anfang März gelang der „Vereinigten Alternativen Liste“ ein Achtungserfolg: Mit 1387 Stimmen stellt sie bei der Abstimmung über die Aufsichtsratsmitglieder in Wolfsburg drei Delegierte und damit einen mehr als 2012. Für den Ausgang der Wahl spielt das keine Rolle - wohl aber für das Binnenverhältnis im Werk: Der Graben in der Arbeitnehmervertretung scheint dadurch noch breiter geworden zu sein.

Zur Delegiertenwahl war die Alternativ-Liste mit dem Slogan „Erste Wahl gegen Korruption und Manipulationen!“ angetreten. Die IG-Metall-Vertreter im Kontrollgremium des Konzerns hätten „horrende Vergütungen und Millionen Bonuszahlungen an Vorstandsmitglieder“ sowie „Dieselgate“ nicht verhindert, so die Begründung.

Obwohl die Liste der IG Metall am Ende satte 86 Prozent der Stimmen bekommen hat, sitzt der Ärger bei den Funktionären über die Konkurrenz offenbar tief - vor allem, weil auch Gewerkschaftsmitglieder auf der gegnerischen Liste standen.

Diesen droht man nun mit dem Ausschluss aus der IG Metall. „Diesem Verfahren kannst du entgehen“, heißt es in einem der Schreiben, „in dem du dich schriftlich und mündlich hier in der IG Metall-Vertrauenskörperleitung (...) überzeugend von der oben genannten Liste distanzierst“ - das „überzeugend“ ist fett gedruckt. Dem Ausschluss könne der Kollege durch seinen Austritt zuvorkommen: Die Frist endet am 30. März.

Eine solch harsche Tonlage erschreckt selbst hartgesottene Gewerkschafter. Eine Kandidatur auf einer Konkurrenzliste sei zwar eine „ernste Sache“, sagt ein altgedienter Metaller. „Aber sie führt nicht automatisch zum Ausschluss.“ Es gebe Fälle, „die klarer sind“, heißt es auch in der Gewerkschaftszentrale in Frankfurt. Das letzte Wort sei noch nicht gesprochen - das habe ohnehin der Ortsvorstand der IG Metall.

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