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00:19 22.09.2018
Die Zeit der alten Trucker geht zu Ende: Die neuen Lkw werden früher oder später von Computern gesteuert. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Hannover

Ganz ohne Glamour und Glitzer kommt keine Automesse aus. Selbst in der eher nüchternen Welt der Nutzfahrzeuge wedelt das Standpersonal Staub von Frontscheiben und Felgen, obwohl die Hallen vor der offiziellen Eröffnung noch spärlich gefüllt sind. Dabei soll es bei der IAA eher um die inneren Werte von Lkw, Transportern und Bussen gehen: Alternative Antriebe und die Vernetzung der Fahrzeuge rücken in den Fokus. „Die IAA zeigt die gesamte Nutzfahrzeugbranche im Aufbruch“, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Bernhard Mattes.

Glaubt man den Herstellern und Spediteuren, geht die Zeit der alten Trucker allmählich zu Ende: Ob Daimler, Volvo, MAN, Scania, Iveco – alle treiben die Entwicklung autonom fahrender Lkw voran. Voraussetzung dafür ist, dass die „Nutzis“ künftig weit mehr Daten senden und empfangen, als es die Branche für klassische Autos vorsieht. Der Lastwagen soll nicht nur mit anderen Fahrzeugen und dem Hersteller Daten austauschen, sondern auch mit Verkehrsleitzentralen, der heimischen Basis und dem Kunden. Am Ende, so die Vision, machen dann die Computer untereinander aus, wann der Wagen an welcher Verladerampe vorfahren soll.

Für Privatfahrer bietet der Autopilot in erster Linie einen Komfortgewinn – im Lkw-Geschäft soll er bares Geld wert sein: Wenn Fahrer auch mal hinter dem Steuer Pause machen können, dürfen sie länger unterwegs sein. Wenn Staus durch einen optimierten Verkehrsfluss vermieden werden, erhöht das die Effizienz der Transporte. Wenn durch Konvoi-Systeme die Verbräuche sinken, nützt das der Umwelt und den Spediteuren. Bis zu 40 Prozent könnten die Kosten pro Kilometer sinken, wenn Lkw autonom fahren, haben die Unternehmensberater von Roland Berger in einer Studie vorgerechnet. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die rechtlichen Haftungsfragen bis dahin geklärt sind und die nötige Infrastruktur steht.

Auch weil die Hersteller spüren, dass ihre Kunden die bei der IAA geweckten Erwartungen möglichst bald erfüllt sehen wollen, wächst die Zahl der Kooperationen. Continental beispielsweise verkündete am Mittwoch eine Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten Knorr-Bremse für das automatisierte Fahren in Kolonnen: Die Hannoveraner liefern unter anderem Sensoren und die zentrale Recheneinheit, der Partner aus München steuert Systeme für Bremse und Lenkung bei.

Kolonnenfahren automatisiert

Voraussichtlich von Anfang nächsten Jahres an könnten ausgewählte Kunden einen Konvoi aus drei miteinander gekoppelten Lkw unterschiedlicher Hersteller testen, hieß es. Nach dem automatisierten Kolonnenfahren folge das automatisierte Fahren auf der Autobahn. Im Konvoi könne der Spritverbrauch bis zu 15 Prozent sinken.

Der Bremsenspezialist Wabco wiederum tut sich mit dem chinesischen Softwarekonzern Baidu zusammen, um beim autonomen Fahren schneller Fortschritte zu machen. Ziel sei es, die Stärken der bisher getrennt voneinander entwickelten IT-Systeme und Plattformen zu kombinieren, sagte Wabco-Chef Jacques Esculier auf der Messe.

Von Jens Heitmann

Notbremssysteme und Abbiegeassistenten für Lkw können helfen, schwere Unfälle zu vermeiden. Vielfach werden sie aber einfach ausgeschaltet – oder gar nicht erst eingebaut. Zum Start der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover fordert Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann: „Versteckt die innovativen Systeme nicht in Katalogen.“

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