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Wirtschaft Hochgeschraubte Erwartungen bei Syntellix
Nachrichten Wirtschaft Hochgeschraubte Erwartungen bei Syntellix
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00:15 12.03.2017
Von Albrecht Scheuermann
„Magnesium wird Titan pulverisieren“: Utz Claassen glaubt an eine große Zukunft seiner Firma Syntellix. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Die Schrauben aus einer Magnesiumlegierung werden seiner Meinung nach in der Chirurgie den bisherigen Werkstoff Titan vollständig ablösen. Da Syntellix derzeit der einzige Hersteller weltweit ist und über die Patente verfügt, könne die Firma einen Milliardenmarkt erobern.

Die in Zusammenarbeit mit den Universitäten in Hannover und Clausthal-Zellerfeld entwickelten Magnesiumschrauben haben den entscheidenden Vorteil, dass sie sich im Körper mit der Zeit von selbst auflösen. Dadurch ist keine zweite Operation nötig wie bei den derzeit noch überwiegend verwendeten Schrauben aus Titan. Claassen ist sich sicher: „Magnesium wird Titan pulverisieren.“ Es handele sich um eine technologische Revolution vergleichbar der Entwicklung des Smartphones.

Seit 2013 ist die 2008 gegründete Firma mit den Magnesiumschrauben auf dem Markt, doch bislang sind die Absatzzahlen bescheiden. 27.000 wurden verkauft - zum Durchschnittspreis von etwa 150 Euro. Für dieses Jahr peilt Syntellix-Chef Thomas Mayer 70.000 Verkäufe an, doch die Zielmarke liegt mit einer Million viel höher.

Geplant ist eine zügige Erweiterung des Produktprogramms. Zudem will das Unternehmen, das derzeit in 30 Ländern die Schrauben nach den entsprechenden Zulassungsverfahren vertreibt, seine internationale Präsenz erheblich ausweiten. Im Visier ist vor allem Asien. Helfen soll dabei eine neu gegründete Tochtergesellschaft in Singapur. Dort hat Syntellix auch mit der Wintorp Capital einen Investor gefunden, der mit „mehreren Millionen Euro“ eingestiegen ist. Ein dritter Standort ist in Kalifornien geplant. Hauptsitz soll aber Hannover bleiben, unterstrich Claassen, der die Qualitäten dieses Standortes in den höchsten Tönen lobte: „Wir können uns keinen besseren wünschen.“

Zu dem zurückliegenden, erbittert geführten Streit mit Carsten Maschmeyer schlug Claassen versöhnliche Töne an. Maschmeyer hatte sich an Syntellix beteiligt, sich aber dann mit Claassen überworfen und sogar einen Rechtsstreit angezettelt. Inzwischen ist die Sache vom Tisch und Maschmeyer hat seine Anteile an Claassen verkauft. „Die Entscheidung verdient Respekt“, sagte Claassen. Er werde in dieser Sache „nicht mehr nachtreten“.

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