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Wirtschaft Hannover Rück und Talanx verkraften Hurrikan-Jahr besser als gedacht
Nachrichten Wirtschaft Hannover Rück und Talanx verkraften Hurrikan-Jahr besser als gedacht
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10:33 07.02.2018
Gewinn trotz teurer Stürme: Hannover Rück und Talanx haben vorläufige Zahlen für 2017 vorgelegt. Quelle: picture alliance / dpa
Hannover

 Der Rückversicherer Hannover Rück und sein Mutterkonzern Talanx haben das Katastrophenjahr 2017 besser verkraftet als gedacht. Mit einem Gewinn von 950 Millionen Euro übertraf die Hannover Rück das zuletzt gesteckte Ziel. Vorstandschef Ulrich Wallin hatte die Gewinnprognose nach den verheerenden Wirbelstürmen „Harvey“, „Irma“ und „Maria“ auf 800 Millionen Euro gekappt. Ursprünglich hatte der hannoversche Konzern einen weiteren Milliardengewinn angepeilt. Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr eine Dividende von 5,00 Euro erhalten.

Teuerstes Jahr seit Bestehen wegen Naturkatastrophen

 Rückenwind erwartet Wallin von einer Preiswende im seit Jahren umkämpften Schaden- und Unfallgeschäft. 2017 war für die Versicherungsbranche weltweit das teuerste Naturkatastrophen-Jahr der Geschichte. Laut dem weltgrößten Rückversicherer Munich Re summierten sich die versicherten Schäden weltweit auf 135 Milliarden US-Dollar, vor allem infolge der drei Hurrikane, aber auch durch zwei Erdbeben in Mexiko und die Waldbrände in Kalifornien. Für die Hannover Rück wurde 2017 mit Großschäden von 1,1 Milliarden Euro das teuerste Jahr seit ihrem Bestehen. 

 Bei der wichtigen Erneuerung der Verträge mit Erstversicherern wie Allianz und Axa zum Jahreswechsel konnte die Hannover Rück im klassischen Geschäft im Schnitt 1,4 Prozent höhere Preise durchsetzen. Der Konzern baute sein Geschäftsvolumen zum 1. Januar in der traditionellen Rückversicherung währungsbereinigt um fast 13 Prozent aus. Insgesamt ging das Volumen sogar um knapp 22 Prozent nach oben. 

 Weltmarktführer Munich Re hatte lediglich einen Preisanstieg um 0,8 Prozent zum Jahreswechsel gemeldet, sein Geschäft aber dennoch um 19 Prozent ausgebaut. Der Wettbewerb sei trotz der schweren Katastrophenschäden weiterhin intensiv, sagte Wallin. 

 Talanx profitiert von Hannover Rück

 Dass der Gewinn trotz der Katastrophen nur leicht einknickte, verdankte der Konzern dem Verkauf von Tafelsilber. Nach den Wirbelstürmen im August und September hatte die Hannover Rück Aktien aus ihrem Anlagebestand für fast eine Milliarde Euro zu Geld gemacht und damit 223 Millionen Euro Sondergewinn eingestrichen. 

Von dem glimpflichen Abschneiden und der Dividende des Rückversicherers profitiert vor allem der hannoversche Versicherungskonzern Talanx (HDI, Neue Leben), dem gut die Hälfte der Hannover Rück gehört. Talanx-Chef Herbert Haas rechnet für 2017 jetzt mit einem Überschuss von 670 Millionen Euro nach 907 Millionen ein Jahr zuvor. Im Herbst war er noch von einem Rückgang auf 650 Millionen Euro ausgegangen. Die Aktionäre sollen eine Dividende mindestens auf Höhe des Vorjahres erhalten. Da hatte Talanx je Anteilsschein 1,35 Euro ausgeschüttet. 

 Die endgültige Jahresbilanz will Talanx am 19. März vorlegen. Die Hannover Rück ist bereits am 13. März an der Reihe.

Von Steffen Weyer

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