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00:15 02.06.2017
Von Albrecht Scheuermann
Erwarten auch 2017 wieder gute Zahlen: Vorstand Jürgen von Wendorff (li.) und der neue Hannover-Finanz-Chef Goetz Hertz-Eichenrode.  Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Es ist nur auf den ersten Blick eine ganz normale Personalie: Goetz Hertz-Eichenrode wird Vorstandssprecher von Hannover Finanz. Anfang November übernimmt der 40-Jährige als Nachfolger von Andreas Schober damit das Ruder bei einer der erfolgreichsten und ältesten mittelständischen Beteiligungsgesellschaften in Deutschland. Kennern der Branche ist der Name Hertz-Eichenrode wohlbekannt - und das ist das Ungewöhnliche an der Personalie: Schon der Vater des neuen Chefs, Albrecht Hertz-Eichenrode, stand viele Jahre an der Spitze der Investmentgesellschaft und gilt als Grandseigneur der Branche. Seit 2010 leitet er den Beirat des Finanzunternehmens.

Familienunternehmen im Visier

Die Familie ist auch mit mehr als 20 Prozent an dem Finanzunternehmen beteiligt - was ganz gut zu der Zielgruppe passt, die Hannover Finanz bevorzugt anpeilt: Ein Großteil ihrer Beteiligungen besteht bei Familienunternehmen, die zum Beispiel Kapital für eine Investition benötigen oder einen außenstehenden Investor suchen, weil sich aus der Familie kein Nachfolger für die Führungsspitze findet.

Der junge Hertz-Eichenrode - verheiratet, drei Kinder - ist durch ein Wirtschaftsstudium, die Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer und Steuerberater sowie Praxisjahre bei einer anderen Beteiligungsgesellschaft auf die Aufgabe vorbereitet, er gehört dem Hannover-Finanz-Vorstand schon seit 2009 an.

Erstmals auf Hotelmarkt aktiv

Der Zeitpunkt für den Wechsel an der Spitze ist günstig. Gerade erst hat die Hannover Finanz ein Rekordjahr hinter sich, und auch das laufende Jahr dürfte wieder gut ausfallen, wie am Montag bei der Präsentation deutlich wurde. So hat das Unternehmen bereits zwei Verkäufe realisiert, die offenbar ganz profitabel waren. „Schon jetzt können wir sagen, dass wir auch 2017 erneut mit einem sehr ertragsstarken Jahr rechnen dürfen“, erklärte Hertz-Eichenrode. Dabei sei das Marktumfeld „schwierig“, da es viel Liquidität gebe, die nach Anlagemöglichkeiten suche - und damit einen entsprechend heißen Wettbewerb um Beteiligungskandidaten.

Geldmangel plagt Hannover Finanz jedenfalls nicht: Mit mehr als 180 Millionen Euro in der Kasse sieht sich der Eigenkapitalpartner für neue Beteiligungen gut gerüstet. Mit dem Erwerb des Krefelder Autozulieferers PWK Automotive ist in diesem Jahr auch schon das erste Geschäft abgeschlossen.

Hannover Finanz investiert eigenes Geld sowie Kapital von einer Reihe von Banken und Versicherungen in mittelständische Unternehmen. In Gegensatz zu vielen anderen Investoren bietet sie auch Minderheitsbeteiligungen an und ist zudem an langfristigen Engagements interessiert. Für das vergangene Jahr hat sie dank lukrativer Verkäufe eine Rekordsumme von fast 100 Millionen Euro an die Kapitalgeber ausschütten können. Die Rendite auf das investierte Kapital erreichte 2016 laut Vorstandsmitglied Jürgen von Wendorff mehr als 30 Prozent - im langfristigen Durchschnitt seien es etwa 20 Prozent. Mit der Übernahme der Achat Hotelgruppe, die auch ein Hotel in Langenhagen betreibt, haben sich die Hannoveraner jetzt erstmals ins Hotelgewerbe vorgewagt. Insgesamt verfügte die Gruppe Ende 2016 über ein Portfolio von 37 Beteiligungen im Wert von knapp 350 Millionen Euro.

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