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Wirtschaft Airlines fordern Schadensersatz
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18:14 25.07.2018
Der Betrieb am Flughafen Hannover läuft wieder. Quelle: Tomma Petersen
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Hannover

Nach der Sperrung des Flughafens Hannover drohen die Airlines mit Schadenersatzansprüchen. Für das Ausweichen auf andere Flughäfen, die Bustransfers für Passagiere und die Unterbringung in Hotels seien hohe Kosten entstanden, sagte ein Sprecher des Ferienfliegers Tuifly am Mittwoch. „Wir werden da auf den Flughafen zukommen.“ Ähnlich äußerten sich die Gesellschaften Sunexpress und Eurowings. Dem Vernehmen nach ist von sechsstelligen Summen die Rede.

Wegen Hitzeschäden auf der Landebahn hatte der Flughafen am Dienstagabend den Betrieb eingestellt. Dadurch fielen mitten in der Urlaubszeit 41 Flüge aus, die von Hannover starten sollten. Rund 15.000 Passagiere waren insgesamt davon betroffen – erst am Mittwoch gegen 6 Uhr konnten die ersten Maschinen wieder in Richtung Urlaubsgebiete abheben. Die Flughafenfeuerwehr wässert seither tagsüber die Nordbahn , um den Beton zu kühlen, damit er nicht an einer anderern Stelle aufplatzt.

Flughafen-Chef Raoul Hille bat bei den gestrandeten Passagieren um Entschuldigung. „Das war ein großes Ärgernis, ganz großer Mist“, sagte der Manager am Mittwoch. Es sei aber nicht vorhersehbar gewesen, dass die extrem hohen Temperaturen zu einem „Blow-Up“ der Start- und Landebahn führen könnten: „Dafür gibt es keine Sensoren.“ Drei mehr als 50 Jahre alte Betonplatten hatten der Sonneneinstrahlung nicht standgehalten und waren durchgebrochen. Der Schaden war bei einer Routinekontrolle entdeckt und in der Nacht repariert worden.

Möglichen Schadensersatzklagen von Airlines sieht der Flughafen gelassen entgegen. „Darüber diskutieren wir nicht einmal“, sagte Hille. Als im Herbst 2016 ein Streik der Besatzungen die Flotte von Tuifly lahm gelegt habe, sei der Flughafen auch nicht auf die Idee gekommen, Geld von der Charterlinie zu verlangen: „Das ist einfach höhere Gewalt.“ Bei Hitzeschäden auf einer Autobahn könnten Buslinien auch niemanden verklagen, wenn Reisende lange im Stau stünden.

Der Reiserechtsexperte Ronald Schmid, der sich seit Jahren für die Rechte von Fluggästen einsetzt, beurteilt den Vorfall anders. „Ein solcher Vorfall ist mir von anderen Flughäfen noch nicht bekannt geworden", sagt der Jurist. Wenn die Temperaturen so hoch sind, wie in diesen Tagen, müssten Betreiber von Flughäfen damit rechnen, dass die Start- und Landebahn kaputt gehe.

Auch bei Tuifly hält man die Argumentation des Flughafens für fragwürdig. Wenn Flüge wegen Streiks ausfielen, entgehe einem Airport lediglich ein Teil des Umsatzes und Gewinns, sagte ein Unternehmenssprecher. Werde hingegen ein Flughafen gesperrt, entstünden den Airlines Extra-Kosten: „Da werden also Äpfel mit Birnen verglichen.“ Für den Fall neuer Schäden an der Landebahn denkt die Tui-Tochter über eine Verlagerung ihrer Maschinen nach Hamburg, Osnabrück uns Münster nach – auch Braunschweig könne eine Option sein, hieß es.

Von Tobias Morchner und Jens Heitmann

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