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Nachrichten Wirtschaft Familie wird bei der Firma Hartmann Valves großgeschrieben
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00:18 20.01.2019
„Wir sind ein starkes Team“: Werner Hartmann, Geschäftsführer von Hartmann Valves aus Ehlershausen, ist Familienunternehmer des Jahres. Quelle: Foto: Samantha Franson
Hannover

Werner Hartmann ist Teil einer heiklen Generation: Wenn die Enkel der Gründer die Führung der Firma übernehmen, geht das nur selten gut – Studien zufolge übersteht nur jeder achte Familienbetrieb diese kritische Phase. Beim Maschinenbauer Hartmann Valves aus Burgdorf-Ehlershausen (Region Hannover) könnte sich das Risiko sogar noch potenzieren, weil der 38-Jährige die Geschäfte gemeinsam mit zwei jüngeren Brüdern führt. „Bei uns hat das aber von Anfang an gut gepasst“, sagt Hartmann. „Wir sind ja alle nicht von heute auf morgen in die Firma gekommen.“

Es war eher ein spielerischer Einstieg: Weil die Familie direkt neben der Firma wohnt, ist sie früh ein Objekt kindlicher Neugier. Wozu Kugelhähne und Bohrlochköpfe gut sind, kümmert die Brüder zunächst eher wenig – dafür finden sie die ersten Fahrversuche mit dem firmeneigenen Mofa umso spannender.

„Und wenn das mal kaputt war, hat unser Vater uns gezeigt, wie man das repariert“, sagt Hartmann. So wird die Affinität fürs Schrauben früh geweckt, auch zwei seiner Brüder sowie die Schwester studieren später Maschinenbau.

Speziallösungen für Industrie

Mit ihren 150 Mitarbeitern ist die Hartmann Valves GmbH ein typischer Repräsentant des deutschen Mittelstandes. Als der Großvater die Firma 1946 gründet, ist sie ein reiner Zulieferer für die heimischen Öl- und Gasproduzenten, heute werden innovative Speziallösungen auch für Kunden aus der Petrochemie, der Kraftwerkstechnik und den erneuerbaren Energien entwickelt. Neben dem Werk in Ehlershausen gibt es einen zweiten Standort in Celle. Man setze auf kontinuierliches Wachstum, sagt Hartmann. Zuletzt erreichte der Umsatz knapp 30 Millionen Euro: „Ungefähr die Hälfte davon im Ausland.“

Als die Ölpreise nach der Finanzkrise einbrachen, traf das auch die Lieferanten. In der Branche gingen viele Jobs verloren, bei Hartmann hingegen hielt man die Belegschaft zusammen und stellte sogar neue Mitarbeiter ein. „Uns ist zugutegekommen, dass wir inzwischen auf mehreren Beinen stehen“, sagt der Geschäftsführer. Auch aus diesem Grund hat die hannoversche Sektion des Verbandes der Familienunternehmer Hartmann zum Unternehmer des Jahres gekürt. „Er versteht es, sein Unternehmen mit Weitblick auf die zukünftigen Herausforderungen des Weltmarktes bestens vorzubereiten“, sagte der Regionalvorsitzende Andreas Pralle am Donnerstag bei der Preisverleihung im Schloss Herrenhausen in Hannover.

„Ich repräsentiere hier ein starkes Team“, sagte Hartmann und nahm den Preis „stellvertretend für meine Brüder und die gesamte Belegschaft“ entgegen. Er selbst ist seit Anfang vergangenen Jahres als Geschäftsführer weltweit für Vertrieb, Service und die Qualitätssicherung zuständig, sein Bruder Christian Hartmann verantwortet die Bereiche Konstruktion, Forschung und Entwicklung sowie Verwaltung, Bruder Martin Hartmann koordiniert Produktion und Logistik und IT. „Auch wenn die Aufgaben klar geregelt sind, es gibt immer Überschneidungen beziehungsweise Schnittstellen“, sagte Werner Hartmann. Alle wichtigen Entscheidungen treffe man im Konsens, zuweilen auch mithilfe von Experten aus dem eigenen Hause.

Wenn es nach den Geschwistern geht, darf die Firma gern auch in der vierten Generation familiengeführt bleiben. Übernahmeangebote habe man immer abgelehnt, sagt Werner Hartmann: „Schon unseren Mitarbeitern können wir es nicht antun, dass sie in der Anonymität eines Großkonzerns versinken.“ In Ehlershausen und Celle seien die Bande eng und die Fluktuation niedrig.

Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzt sich der Geschäftsführer schon aus eigenem Interesse ein: Als Vater von fünf Kindern profitiert auch er davon, dass die morgendliche Abstimmungsrunde erst um 9 Uhr beginnt – damit Eltern ihre Söhne und Töchter noch in die Kita oder in die Schule bringen können.

Junge Unternehmer zeichnen Christopher Wahl aus

Auch der Jungunternehmer des Jahres wurde am Donnerstagabend in Herrenhausen ausgezeichnet: Der Preis ging an Christopher Wahl von der Firmengruppe Wahl & Co. die ihren Sitz in Seelze hat. Der Preis wird vom Regionalkreis des Verbands Die Jungen Unternehmer Hannover-Region vergeben.

Konstantin Uplegger (l.) vom Verband Die Jungen Unternehmer mit Preisträger Christopher Wahl. Quelle: Samantha Franson

Von Jens Heitmann

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