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12:45 28.03.2018
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat zum Skandal um Cambridge Analytica lange geschwiegen. Jetzt wird er im US-Senat aussagen müssen. Quelle: dpa
Berlin

Mark Zuckerberg hat Zeit gebraucht, bis ihm die Dimension seines Problems klar wurde. Tage vergingen, nachdem der Datenskandal bei Facebook bekannt geworden war, ehe der Gründer die gebotene Zerknirschung zur Schau stellte. In diesem Punkt unterscheidet sich der Internetmilliardär nicht von Managern traditionellerer Branchen wie, sagen wir einmal, der Autoindustrie. Auch sonst liegt der Vergleich nahe: Als sich die britische Firma Cambridge Analytica Nutzerprofile aus dem Netzwerk beschaffte, interessierte das ungefähr so sehr wie anderswo die Abgaswerte. Wahrscheinlich wäre es heute noch eine Lappalie, hätte Cambridge Analytica die Daten nicht dazu verwendet, Facebook-Nutzer im US-Wahlkampf zu beeinflussen.

Hat die Internetbranche ihren Dieselmoment?

Jetzt bricht eine Empörungswelle los, wie sie noch keiner der scheinbar unangreifbaren Internetkonzerne aushalten musste. Überall in der Welt laden Politiker Facebook-Vertreter vor und kündigen striktere Regulierung an. Werbekunden stornieren Aufträge, und der Aktienkurs fällt. Die US-Aufsicht kündigt eine Untersuchung an, Generalstaatsanwälte fordern Auskunft, Zuckerberg wird mit anderen IT-Größen vor den Justizausschuss des US-Senats geladen, und die EU-Kommission fordert Auskunft innerhalb der nächsten zwei Wochen. Der Diesel-Skandal verändert die Autoindustrie. Verändert der Facebook-Skandal die Internetbranche?

Man wird einschlägige Initiativen in den nächsten Wochen kaum zählen können. Aber Europa hat mit der am 25. Mai in Kraft tretenden Datenschutz-Grundverordnung schon ein ordentliches Regelwerk – abgesehen davon, dass Cambridge Analytica auch gegen geltendes Recht verstoßen hat. Auf die Konzerne sollte man nicht zu sehr hoffen, denn ihr Geschäft ist die kommerzielle Auswertung der Nutzerprofile. Sprechen sie von Datensicherheit, meinen sie nur, dass die Daten sicher nicht von anderen ausgewertet werden – das ist der Umstand, der Zuckerberg peinlich ist, nicht sein eigenes Geschäftsmodell. Dem stimmt der Nutzer im Kleingedruckten zu. Anderswo steht schließlich das Gleiche. Und überhaupt: Was ist da außer Facebook?

Die Konzerne bauen Monopole auf

Hier steckt die einzige Chance, die Zeit zu beenden, in der eine kleine Elite Milliarden macht mit Daten, die ihr der Rest der Welt schenkt: Die Internetgrößen, ob nun Facebook, Google oder Amazon, müssen Konkurrenz bekommen. Sie sind seit den frühen Tagen der Ölbranche die ersten Unternehmen, die riesige Monopole aufbauen. Ihre Macht wird man nicht mit Datenschutzgesetzen begrenzen, sondern höchstens mit dem Wettbewerbsrecht: Nutzer müssen auf Plattformen wechseln können, die nicht von der verschwiegenen Ausbeutung ihrer Privatsphäre leben. Nur so wird sich das Bewusstsein der ganzen Branche verändern.

Von Stefan Winter/RND

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