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Wirtschaft Anleihekäufe enden im Dezember
Nachrichten Wirtschaft Anleihekäufe enden im Dezember
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15:47 13.09.2018
Die EZB steigt aus der lockeren Geldpolitik allmählich aus. Quelle: dpa
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Frankfurt

Der Anti-Krisen-Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) neigt sich langsam dem Ende zu. Von Oktober an halbiert die Notenbank das Volumen ihrer monatlichen Anleihenkäufe auf 15 Milliarden Euro. Ein Ende des vor allem in Deutschland umstrittenen Programms zum Kauf von Staats- und Unternehmenspapieren peilen die Währungshüter zum Jahresende an. Das hat der EZB-Rat am Donnerstag beschlossen.

Am niedrigen Zinsniveau ändert sich nichts: Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent, zudem müssen Geschäftsbanken weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Eine Wende hin zu höheren Zinsen wollen die Währungshüter frühestens im Herbst nächsten Jahres einläuten. Der EZB-Rat bekräftigte seine Einschätzung, dass die Zinsen bis „mindestens über den Sommer 2019“ auf dem aktuellen Niveau bleiben werden.

Volkswirte rechnen damit, dass die Zentralbank dann zunächst die Strafzinsen für Kreditinstitute verringern wird. Sparer dürften auf eine erste Zinserhöhung noch länger warten müssen. Andererseits profitieren Kreditnehmer somit weiterhin von relativ guten Konditionen.

An den Anleihenmärkten wird die Notenbank auch dann noch ein gewichtiger Marktteilnehmer bleiben, wenn sie keine neuen Papiere mehr erwirbt: Gelder aus auslaufenden Anleihen will sie wieder investieren. Seit Beginn des Programms im März 2015 bis Ende August 2018 hat die EZB Wertpapiere im Gesamtwert von rund 2,5 Billionen Euro gekauft. Ziel ist, auf diesem Weg der Konjunktur in den 19 Euroländern auf die Sprünge zu helfen und zugleich die Teuerung anzuheizen.

Im August lagen die Verbraucherpreise im Euroraum nach Zahlen des Statistikamtes Eurostat um 2 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Mittelfristig strebt die EZB Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2 Prozent an. Das ist aus ihrer Sicht weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn – so die Befürchtung – dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben – das könnte die Konjunktur abwürgen.

Die Preise steigen seit dem Frühjahr wieder in dem gewünschten Tempo, nachdem die Inflationsrate davor jahrelang verfehlt worden war. Die jüngste Entwicklung sei ein Grund mehr für die Notenbank, ihre Geldpolitik nach Jahren im Krisenmodus allmählich zu normalisieren, meinen Beobachter – ungeachtet von verschiedenen Handelskonflikten, die die Risiken für die Weltwirtschaft wieder zunehmen lassen.

Unsicher ist hingegen, ob EZB-Präsident Mario Draghi zum Ende seiner achtjährigen Amtszeit im Herbst 2019 noch die erste Zinserhöhung in Kraft setzen wird oder diesen Schritt seinem Nachfolger überlässt. Nach Einschätzung von Experten haben sich Chancen, dass Bundesbank-Präsident Jens Weidmann als erster Deutscher auf dem Chefsessel der Notenbank Platz nehmen kann, zuletzt verschlechtert. Angesichts des politischen Postenpokers in Europa – unter anderem muss auch die Spitze der EU-Kommission neu besetzt werden – gelten der Niederländer Klaas Knot, der Ire Philip Lane oder der Franzose François Villeroy de Galhau als aussichtsreichere Kandidaten.

Von Jörn Bender

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