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Nachrichten Wirtschaft Landwirte klagen über Wetterkapriolen
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18:55 19.10.2017
Von Jens Heitmann
Wer auf Mais gesetzt hatte, durfte sich lange auf der sicheren Seite wähnen – dann kam der Sturm: Maisfeld bei Schwüblingsen. Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Die Wetterkapriolen machen den Landwirten im laufenden Jahr das Leben schwer. Erst verzögerte Frost im April und Mai das Wachstum der Pflanzen, dann beeinträchtigte massiver Regen in Sommer und Herbst die Ernte - Orkane legten ganze Maisfelder flach. „Von Jahr zu Jahr meinen wir, es ginge nicht extremer“, sagte der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Gerhard Schwetje, am Donnerstag bei der Vorstellung der Erntebilanz in Hannover. „Aber dann müssen wir uns eines Besseren belehren lassen.“ Trotz der Turbulenzen hätten sich die Verluste für die meisten Bauern aber in Grenzen gehalten.

Getreideernte sinkt erneut: Nach einem Minus um 10 Prozent 2016 ist die Getreideernte in diesem Jahr noch einmal um 3 Prozent auf knapp sechs Millionen Tonnen geschrumpft. Der Ertrag auf den rund 827 000 bestellten Hektar sank um durchschnittlich 2 Prozent auf knapp 74 Doppelzentner - und unterschritt damit das Mittel der vergangenen fünf Jahre. Dafür sind die Preise im Schnitt um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Allerdings gebe es regionale Unterschiede: Mancherorts hätten die Wetterunbilden die Qualität beeinträchtigt. „Dafür gibt es dann auch weniger Geld“, sagte der Kammerpräsident. Zudem waren größere Anstrengungen bei der Ernte nötig - allein das Trocknen von nassem Getreide verschlinge ein Zehntel des Ertrages: „Die Stimmung bei den Getreidebauern ist nicht gut.“

Mais liegt vielerorts flach: Wer in diesem Jahr auf Mais gesetzt hatte, durfte sich lange auf der sicheren Seite wähnen. Der viele Regen förderte das Wachstum der Pflanzen auf einer Gesamtfläche von 577 000 Hektar (minus 3,7 Prozent) - das deutete auf eine hohe Qualität hin. „Mit Beginn der Ernte verflog die jedoch schnell“, sagte Schwetje. Die Sturmtiefs „Sebastian“ und „Xavier“ hätten ganze Felder abgeknickt, die wegen des Regens zudem nur schwer befahrbar waren. Die Ernte von knapp einem Drittel der Fläche wandert als Gärsubstrat in Biogasanlagen.

Kartoffeln leiden an Fäule: Über die Menge der Kartoffeln kann die Kammer noch keine konkreten Zahlen liefern, weil die Ernte wegen des Regens vielerorts noch im Gange ist. Mit einer Fläche von knapp 112 000 Hektar (plus 5 Prozent) bleibt Niedersachsen „Kartoffelland Nummer eins“ - fast die Hälfte der Knollen in Deutschland wächst zwischen Ems und Elbe. Weil der Ertrag je Hektar steigt, rechnet man mit einer Erntemenge von 5,4 Millionen Tonnen, das wäre ein Zuwachs um 12 Prozent. Sorgen machen sich die Bauern in puncto Lagerfähigkeit: Die nasse Witterung begünstigte das Infektionsrisiko durch pilzliche Knollenfäule, hieß es. Zudem sei die Ernte auch in anderen Teilen Europas besser ausgefallen als im Vorjahr - dadurch gerieten die Preise unter Druck. Bei Öko-Kartoffeln erwartet die Kammer Einbußen, weil sich die Krautfäule unter Bio-Bedingungen nur bedingt eindämmen lasse.

Zuckerrüben ohne Quote: Unter neuen Vorzeichen ist in diesem Jahr die Rübenkampagne angelaufen. Nach dem Auslaufen der EU-Zuckermarktordnung müssen die Bauern erstmals ohne Mindestpreise zurechtkommen. Die starken Niederschläge erschweren aktuell die Ernte - die Ausweitung der Anbaufläche um 19 Prozent auf rund 104 000 Hektar werde den Rückgang beim Ertrag mehr als kompensieren, sagte Schwetje.

Rapserträge sinken erneut: Mit knapp 127 000 Hektar nahm die Anbaufläche für Raps wieder etwas zu, dafür sanken die Erträge 2016 zum dritten Mal in Folge - mit 15 Prozent besonders deutlich. Trotz höherer Preise bedeute das ein Erlös-Minus von 13 Prozent.

Heu könnte teurer werden: Mit rund 700 000 Hektar macht Grünland etwa ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche Niedersachsens aus. Die Qualität der geernteten Grassilage lasse zu wünschen übrig, hieß es. Wegen der geringeren Menge guten Heus müssten Pferdebesitzer in diesem Jahr mit steigenden Preisen rechnen.

Bei Siemens jagt derzeit ein Sparprogramm das nächste. Einem Medienbericht zufolge könnten nun tausende weitere Stellen gestrichen werden. In gleich zwei Sparten will Konzernchef Joe Kaeser offenbar zum Kahlschlag ausholen.

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