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Wirtschaft Eon mischt sein Geschäft mit eigenen Start-ups auf
Nachrichten Wirtschaft Eon mischt sein Geschäft mit eigenen Start-ups auf
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08:00 01.01.2017
Von Jens Heitmann
„Kaufmännisch und energiewirtschaftlich lässt sich das abbilden“: Der Ökostrom kommt direkt vom Produzenten in der Region. Quelle: Julian Stratenschulte/Tim Schaarschmidt
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Hannover

Ein junges Mädchen läuft über eine grüne Wiese, in der Hand ein kleines Windrad. „Entlasten Sie das Klima“, fordert das Werbebanner. „Kommen Sie zur Strombewegung.“ Dass hinter der Onlineanzeige keine basisdemokratische Genossenschaft steht, sondern ein Großkonzern, ist weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick erkennbar - nur wer die Adresse nahe der Benno-Ohnesorg-Brücke dem alten Hastra-Gebäude zuordnen kann, kommt auf die Verbindung zu Eon: Der Energieriese hat dort seine IT-Tochter angesiedelt.

„Wir sind so etwas wie ein konzerninternes Start-up“, sagt Geschäftsführer Jan Scheffczyk. „Wir sind schnell, agil und weitgehend unabhängig in unseren Entscheidungen.“ Weil die großen Versorger mit ihrem alten Geschäftsmodell in der neuen Energiewelt immer schlechter zurechtkommen, hoffen sie auf kreative Impulse von außen wie innen: Unter dem sperrigen Titel „:agile-Accelerator“ fördert Eon Geschäftsideen aus dem eigenen Hause, aber auch externe Start-ups können sich für das dreimonatige Programm bewerben. Von den rund 40 Start-ups, die 2016 im Accelerator-Programm gefördert wurden, kommt die Hälfte aus dem Unternehmen.

Dem Auswahlverfahren liegen vier Fragen zugrunde: Gibt es einen Bezug zur Energiebranche? Löst die Idee ein wirkliches Kundenproblem? Ist das Geschäftsmodell skalierbar? „Vor allem aber gucken wir uns das Team an“, sagt ein Konzernsprecher. Wer den Zuschlag bekommt, kann auch mit finanzieller Hilfe rechnen und wird während der Anfangsphase mit bis zu 30 000 Euro gefördert.

Die Strombewegung GmbH gehört dem Konzern hingegen komplett. Der Impuls zur Gründung ergab sich aus einem Abendessen mit Freunden. „Einer war mit den Einkünften aus seiner Photovoltaik- anlage nicht zufrieden, ein anderer ärgerte sich über seine hohen Strompreise“, erzählt Projektmanager Jens Thielert. Dann stand plötzlich eine Frage im Raum: „Warum kannst du mir nicht deinen Photovoltaikstrom direkt - über eine Austauschplattform - verkaufen?“ Die Strombewegung soll die Antwort sein.

Das Start-up liefert Ökostrom direkt vom Produzenten aus der Region und sichert die energiewirtschaftlichen Erfordernisse ab. Die Kunden können sich direkt mit lokalen Ökostromerzeugern vernetzen und überdies die gewünschte Erzeugungsart wählen - also Strom aus Solar- oder Biomasseanlagen. Die Kunden können zwischen zwei Verträgen wählen: Entweder beziehen sie „nur“ Ökostrom direkt von Erzeugern aus ihrer Nachbarschaft - oder sie lassen sich zusätzlich noch einen intelligenten Zähler installieren, um ihren Verbrauch genauer zu kontrollieren. Die Energieproduzenten bekommen eine Vergütung, die etwas höher liegt als bei der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Natürlich kann auch ein noch so innovatives Start-up die Gesetze der Physik nicht überwinden - ein direkter Stromfluss vom Produzenten zum Verbraucher ist folglich nicht möglich. „Kaufmännisch und energiewirtschaftlich lässt sich dieser Energiefluss aber sehr wohl abbilden“, sagt Scheffczyk. Neun Monate nach der Gründung ist der Andrang von Verbrauchern und Stromproduzenten noch überschaubar: Eine Biogasanlage in Barsinghausen versorgt aktuell eine dreistellige Zahl von Kunden.

Noch wirbt die Strombewegung unter dem Ortsschild „Calenberger Land“ - das Konzept passe aber für jede Region, sagt Scheffczyk. Ihre nächsten Schritte wollen die drei festen und drei freien Mitarbeiter im Großraum Hannover machen. Die Eon-Tochter verstehe sich nicht als Konkurrenz der Stadtwerke, man strebe Kooperationen an. „Unsere Handelsplattform lässt sich in die Portale anderer Versorger integrieren“, sagt Scheffczyk. „Uns geht es um Regionalität, Kundennähe und Nachhaltigkeit.“

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