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Wirtschaft PreussenElektra will Belegschaft halbieren
Nachrichten Wirtschaft PreussenElektra will Belegschaft halbieren
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00:15 15.07.2017
Das angeschaffte Geschäft schrumpft - deshalb fallen im Unternehmen Arbeitsplätze weg: Zentrale von Preussenelektra in Hannover. Quelle: Schaarschmidt
Hannover

Die Ankündigung der Eon-Tochter Preussenelektra, in den kommenden Jahren mindestens 1000 Arbeitsplätze zu streichen und aus der Tarifgemeinschaft Energie (TGE) auszusteigen, schlägt Wellen. Die Gewerkschaften Verdi und IG BCE fürchten um den Haustarifvertrag im Eon-Konzern, zumal auch die Eon-Tochter Uniper die Tarifgemeinschaft verlassen will. Arbeitnehmervertreter halten einen solchen Schritt auch bei anderen Eon-Beteiligungen für möglich - etwa bei der Netzgesellschaft Avacon in Helmstedt.

„Dreistigkeit und Ignoranz“

Das Vorgehen von Eon sei „ein einmaliger Vorgang im Umgang mit den Tarifvertragsparteien“, erklärte IG-BCE-Verhandlungsführer Holger Nieden: „Vermutlich schlägt die Geschäftsführung das Wort ,Sozialpartnerschaft’ im Fremdwörterlexikon nach.“ Verdi appellierte an Eon-Chef Johannes Teyssen, wieder den Dialog mit den Arbeitnehmervertretern zu suchen. „Die Botschaft der letzten Tage ist an Dreistigkeit, Ignoranz und Verantwortungslosigkeit kaum noch zu toppen“, heißt es in einer Information an die Mitarbeiter.

Verhandlungen sollen fortgeführt werden

Preussenelektra und Uniper wollen ihre Kosten senken. Die Kraftwerksgesellschaft Uniper, die Kohle- und Gasmeiler betreibt und an der Eon noch knapp 47 Prozent der Anteile hält, steht wegen des Verfalls der Preise im Großhandel mit Strom unter Druck. Neben Einkommenskürzungen soll auch der Abbau von Stellen zur Diskussion stehen. Unternehmen und Gewerkschaften wollen ihre zwischenzeitlich unterbrochenen Verhandlungen dazu am 16. August fortsetzen.

Die Preussenelektra betreibt für den Konzern die drei Atomkraftwerke Grohnde, Brokdorf und Isar 2 und managt den Abbau stillgelegter Reaktoren. Daneben tritt sie seit Beginn dieses Monats als Dienstleister für die Atommüllgesellschaften des Bundes auf und betreibt in deren Auftrag zehn Lager für schwach- und mittelradioaktive sowie für hochradioaktive Abfälle weiter.

Da das angestammte Geschäft in den nächsten Jahren schrumpfen wird, will die Preussenelektra ihr Know-how bei AKW-Rückbau international vermarkten. Selbst wenn dies gelänge, müsse man aber Personal abbauen, sagte ein Unternehmenssprecher. Von den aktuell 2000 Arbeitsplätzen - 300 davon in der hannoverschen Zentrale - soll bis 2026 mindestens die Hälfte wegfallen.

Um den Abbau ohne Entlassungen zu meistern, hatte sich die Gesellschaft mit den Gewerkschaften bereits auf einen „Zukunftspakt“ geeinigt - dieser Kompromiss wurde von der Belegschaft Mitte Juni jedoch mit knapper Mehrheit abgelehnt. Vorgesehen waren unter anderem eine fünfprozentige Lohnkürzung, eine Verlängerung der Arbeitszeit von 37 auf 39 Wochenstunden und der Wegfall von Überstundenzuschlägen.

Von dem Paket hatte sich Preussenelektra Einsparungen von 40 Millionen Euro erhofft - im Gegenzug sagte die Geschäftsführung den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen zu und bot eine Verlängerung der Vorruhestandsregelungen für die nächsten zehn Jahre an. Danach hätten auch schon 52-Jährige mit bis zu 70 Prozent ihres letzten Nettolohnes vorzeitig ausscheiden können.

Erwartungen sind gestiegen

Die Gewerkschaften wollten den „Zukunftspakt“ als Ergänzungstarifvertrag innerhalb der Eon-Tarifgemeinschaft abschließen - mit dem Austritt der Preussenelektra aus der TGE werde dieser Weg schwieriger, hieß es gestern. „Wir sind über diesen Schritt verärgert“, sagte Verdi-Vertreter Immo Schlepper. „Aber die Tür zu weiteren Verhandlungen ist nicht geschlossen.“ Die Erwartungen der Beschäftigten seien aber gestiegen: Durch die Rückerstattung der Brennelementesteuer flössen Eon schließlich knapp 3 Milliarden Euro zu.

Jens Heitmann

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