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17:50 21.11.2018
ARCHIV - 01.12.2014, Sachsen, Kamenz: Ein Mitarbeiter der Deutschen ACCUmotive - e\ Foto: Arno Burgi/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa
Frankfurt/Hannover

Mit einer Milliarde Euro will die Bundesregierung schon bald die Produktion von Batteriezellen für Elektroautos in Deutschland anschieben, doch der hannoversche Autozulieferer Continental erteilt dem Projekt von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) eine Absage. „Wir müssen eine Entscheidung treffen, und die machen wir nicht abhängig von irgendwelchen Fördergeldern“, sagte Conti-Chef Elmar Degenhart am Dienstagabend.

Altmaier will mit der Förderung gewährleisten, dass Deutschland auch im Zeitalter der E-Mobilität ein führender Standort bleibt. Batteriezellen haben entscheidenden Einfluss auf die Reichweite von Elektroautos und machen einen Großteil der Produktionskosten aus. Zurzeit sind die deutschen Autobauerabhängig von Lieferanten aus Japan, Südkorea und China – zum Beispiel Samsung und CATL. Kein europäischer Konzern fertigt die Produkte in nennenswertem Umfang.

Es handle sich um eine „Schlüsseltechnologie“, hatte Altmaier vor einer Woche bei der Vorstellung seines Plans gesagt. Er hofft deshalb auf Investitionsentscheidungen von deutschen und europäischen Unternehmen bis zum Frühjahr 2019. Danach will er seine Milliarde an die Firmen verteilen.

Der führende Zulieferer Continental will allerdings später entscheiden. Nach 2020 sei besser absehbar, ob künftige Technologien wie die Feststoffbatterie der richtige Weg sind, erklärte Degenhart. Bei der aktuellen Lithium-Ionen-Technik haben die asiatischen Firmen einen großen Vorsprung. Der Wechsel zu einer neuen Zellchemie gilt deshalb in der Branche als Einstiegschance.

Timing sei extrem wichtig, betonte Degenhart. „Wer zu früh zu viel investiert, der wird Milliarden verbrennen. Wenn sie den richtigen Zeitpunkt verpassen, dann werden sie den Markt verlieren.“ Die Abschätzung der Risiken sei nicht in sechs Monaten zu machen. Man lasse sich nicht unter Druck setzen.

Altmaiers Fördergelder ändern an dieser Sicht nichts. Degenhart betonte, dass sich die Produktion rechnen muss. „Wir müssen uns sicher sein, dass wir mit solchen Investitionen in der Lage sind, eine attraktive Rendite darstellen zu können“, sagte er. Jede der benötigten Fabriken koste drei bis vier Milliarden Dollar. Falsche Entscheidungen müssten nachfolgende Manager nicht nur den Aktionären, sondern auch den Beschäftigten erklären.

Falls Conti sich für die Produktion entscheide, sei außerdem ein Partner mit Erfahrung in Elektrochemie nötig. Die Hannoveraner selbst haben vor allem Elektronik-Know-How, das für die Bündelung der Zellen zu Batterien wichtig ist.

Auch VW kauft Batteriezellen bislang nur zu. „Ich finde es erschreckend, dass wir in diese große Abhängigkeit geraten sind“, sagte Konzernchef Herbert Diess im August. Der Einstieg könne noch gelingen. Er favorisiere aber Investitionen von Autozulieferern, weniger von den Autobauern selbst. Betriebsratschef Bernd Osterloh plädiert hingegen für eine hauseigene Zellfertigung bei VW.

Von Christian Wölbert und Tobias Schmidt

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