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07:30 18.07.2017
Außergewöhnliches Karbon-Boot mit viel Hightech: Die Happel-Jacht „Hetairos“.
Göttingen

Der Streit über eine Luxusjacht schwappt bis ins südniedersächsische Binnenland. Die Auseinandersetzung um die Karbon-Jacht „Hetairos“ beschäftigt nicht nur ein maritimes Schiedsgericht in Hamburg, sondern auch das Landgericht in Göttingen.

Gegner in dem Streit sind der frühere Mehrheitseigentümer des Industriekonzerns GEA, Otto Happel, als Eigner der Jacht und dessen Firma Panamax auf der einen Seite sowie der Chef des Duderstädter Prothesenherstellers Otto Bock, Hans Georg Näder, die Otto-Bock-Holding sowie die zu der Firmengruppe gehörende Werft Baltic Yachts auf der anderen Seite. Ursprünglicher Streitpunkt: Wie gut und intakt war die Jacht bei Auslieferung? Hatte sie den Zustand „fit for purpose“ - oder war sie nicht einsatzbereit?

Im Jahr 2006 hatte Happel die „Hetairos“ bei der finnischen Baltic-Yachts-Werft in Auftrag gegeben, 2011 wurde das Schiff ausgeliefert. Eine außergewöhnliche Jacht: Ein Zweimaster aus Karbon, 67 Meter lang - Kosten: etwa 60 Millionen Euro. „Gigantische Größe. Gefälliges Aussehen. Bestechende Performance: Der Einsatz von Hightech verleiht ,Hetairos‘ beinahe magische Qualitäten“, formulierte beispielsweise Yacht.de.

Doch gerade die Hightech-Komponenten haben sich offenbar als Problem herausgestellt und sind zum Streitpunkt geworden. In einer Stellungnahme des „Hetairos“-Lagers heißt es: „Das durch die Werft verbaute integrierte Antriebs-, Hydraulik- und Stromversorgungssystem, das von Automotoren angetrieben wurde, hatte sich im Betrieb als nicht tauglich erwiesen. Es kam immer wieder zu kompletten Blackouts und Totalausfällen des Systems, wodurch die ,SY Hetairos’ in diesen Situationen häufig nicht steuerbar und manövrierfähig war.“ Und weiter: Die „SY Hetairos“ habe in den ersten zweieinhalb Jahren nach der Auslieferung wegen konzeptioneller Mängel „über 500 Tage außer Dienst gestellt und repariert werden“ müssen.

Die Baltic-Seite sieht dies anders: Das Schiff sei von Anfang ein Prototyp gewesen, heißt es aus der Unternehmenskommunikation von Baltic und der Otto-Bock-Holding, die vor vier Jahren 80 Prozent an Baltic Yachts übernommen hat. Eben weil es ein Prototyp gewesen sei, seien von Anfang an Projektingenieure und später die Bauaufsicht des Käufers eingebunden gewesen, hieß es. Zudem habe der Käufer das Schiff abgenommen und die Schlusssumme gezahlt.

Um die Jacht doch noch flott zu bekommen, bemühte die Happel-Seite folgerichtig zunächst die finnische Werft - hatte dann aber offenbar irgendwann genug. Seit September 2013 durften, heißt es vonseiten der Werft, keine Baltic-Mitarbeiter mehr die „Hetairos“ betreten. Die strittigen Mängel hat Happel dem Vernehmen nach dann bei einer niederländischen Werft beheben lassen. Die Kosten dafür, die sich auf 23 Millionen Euro belaufen sollen, fordert Happel von Baltic zurück - dazu noch die Aufwendungen für die Anwälte.

In Übereinstimmung mit dem Schiffsbauvertrag habe man ein Schiedsverfahren zur Erstattung der Kosten für die Mängelbeseitigung eingeleitet, heißt es in einer Mitteilung der „Hetairos“-Seite: „Dieses Schiedsverfahren konnte durch eine juristische Verzögerungstaktik der Werft und ihres Eigners über nunmehr drei Jahre und bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen werden. Daher wurde zusätzlich eine Feststellungsklage auf Schadensersatz am Landgericht Göttingen eingereicht.“ Mit der Feststellungsklage hat der „Hetairos“-Eigner die Münchner Kanzlei Bub Gauweiler & Partner beauftragt. Ein Termin zur Verhandlung der Klage steht noch nicht fest, heißt es vom Landgericht Göttingen.

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