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Nachrichten Wirtschaft Modekonzern aus Celle wechselt Eigentümer
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06:19 08.02.2018
Filiale von Street One in der Ernst-August-Galerie in Hannover: Die Muttergesellschaft CBR aus Celle wird verkauft. Quelle: Foto: Thomas
Hannover

 Einer der größten deutschen Modekonzerne wechselt nach Umsatzrückgängen den Besitzer. Der schwedische Finanzinvestor EQT verkauft die CBR Fashion Group aus Celle und Isernhagen mit den zugehörigen Marken Street  One und Cecil an den britischen Investor Alteri. Eine entsprechende Vereinbarung wurde „unter Vorbehalt üblicher Abschlussbedingungen“ unterzeichnet, teilte CBR am Mittwoch mit. Zum Verkaufspreis machten die Unternehmen keine Angaben. 

„Diese Transaktion zeigt deutlich, dass CBR ein attraktives Unternehmen ist“, sagte Matthias Born, Finanzchef des Modekonzerns mit über 1200 Mitarbeitern. Alteri könne „frische Impulse und Unterstützung“ geben.  

Keine Abbaupläne

Alteri investiert nach eigenen Angaben generell „in Einzelhandelsunternehmen, die sich in schwierigen Situationen befinden und bei denen Restrukturierungsbedarf besteht“. Bei CBR sei das allerdings nicht der Fall, betonte der Investor auf Anfrage. Es gebe keine Pläne, die Management-Struktur zu verändern oder Stellen abzubauen, erklärten Alteri und CBR.

EQT hatte CBR 2007 übernommen. In den folgenden Jahren entwickelte die Modefirma sich jedoch nicht so wie von dem schwedischen Investor erhofft. 2008 erzielte sie einen Umsatz von 761 Millionen Euro, 2015 waren es laut Konzernabschluss im Bundesanzeiger nur noch 606 Millionen – das entspricht einem Minus von 20 Prozent in sieben Jahren. EQT zufolge erlöste CBR in den zwölf Monaten vor Juni 2017 nur 579 Millionen Euro.

„Das Geschäft mit Mode und Bekleidung ist derzeit extrem schwierig und wird auch immer schwieriger. CBR ist also nicht allein mit dem Problem“, sagte Gerrit Heinemann, Handelsexperte der Hochschule Niederrhein. Street One und Cecil bezögen ihre Ware von Fremdlieferanten und könnten deshalb nicht so schnell auf Trends reagieren wie zum Beispiel Zara. CBR werde nun „an den nächsten Finanzinvestor weitergereicht“, der aber keine besondere Expertise im Bereich Mode vorweisen könne.

Im Jahr 1980 gegründet

CBR wurde 1980 von hannoverschen Unternehmern gegründet, wuchs dann schnell und erzielte hohe Margen. Im Zuge der Übernahme durch EQT musste CBR – wie bei solchen Transaktionen üblich – hohe Kredite aufnehmen und anschließend viele Millionen für Zinsen und Tilgungen ausgeben. Ein für 2015 geplanter Börsengang wurde kurzfristig abgesagt. CBR betont, dass die Bankschulden 2017 durch eine Anleihe in Höhe von 450 Millionen Euro abgelöst wurden.

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der fünftgrößte Anbieter von Damenmode in Deutschland. Insgesamt beliefert es 8300 Verkaufsstellen in 19 europäischen Ländern, darunter 80 eigene Filialen. Die Zentrale befindet sich in Celle, die Marken werden von Isernhagen aus geführt.

Von Christian Wölbert

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