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Wirtschaft Dürre in der Landwirtschaft - auch Verbraucher merken Ernteausfälle
Nachrichten Wirtschaft Dürre in der Landwirtschaft - auch Verbraucher merken Ernteausfälle
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22:23 19.08.2018
Ohne künstliche Bewässerung geht es nicht: Ein Landwirt auf einem Zuckerrübenfeld. Quelle: Foto: Philipp Schulze/dpa
Bonn

Die wegen des trockenen Sommers schlechte Ernte in Nordeuropa werden die Verbraucher voraussichtlich auch beim Lebensmittelkauf spüren. Allerdings sind die Auswirkungen unterschiedlich. Bei Milchprodukten wie Trinkmilch, Käse oder Butter sei es zum Beispiel denkbar, dass es auch über den Sommer hinaus zu einer Drosselung der Milchproduktion komme, sagte Andreas Gorn von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). „Wenn Milch knapp bleibt, werden die Preise wahrscheinlich auch steigen.“

Bei Gemüse hängen die Preisauswirkungen sehr vom Produkt ab, wie AMI-Experte Hans-Christoph Behr sagte. Und beim Getreide sind die Weltmarktpreise zwar gestiegen, aber da der Rohstoffpreis weniger als 5 Prozent am Preis für Brot und andere Backwaren ausmache, könne das keine Begründung für steigende Preise sein, so Herbert Funk von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Milch: Im Moment sind hitzebedingt die Milchmengen zurückgegangen. Wenn sich die Witterung nicht noch einmal drehe, könne Milch knapp bleiben. Dann spreche einiges dafür, dass bei den Verhandlungen im Herbst zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel der Preis für Milch steige, sagte Gorn. Bei Butter, Pulverprodukten und Käse seien die Preise schon gestiegen.

Mehl: Die Weltmarktpreise für Getreide sind ebenfalls gestiegen. Deutsche Mühlen, die ihr Getreide zu 95 Prozent in Deutschland beziehen, werden darüber hinaus wahrscheinlich auch einen Preisaufschlag für die knappe Ware bezahlen, sagte Peter Haarbeck, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Mühlen. Dennoch lasse sich daraus nicht direkt auf den Verkaufspreis für Mehl schließen, den Endverbraucher und Bäcker zahlen müssten. Es gebe lang laufende Lieferverträge zwischen den Handelspartnern, die stabile Preise garantierten. Und Kammerexperte Funk sieht den Weltmarktpreis derzeit relativ stabil: „Es müssten noch weitere Ausfälle hinzukommen, damit der Preis noch weiter steigt.“

Gemüse: Auch Gemüseanbauer spüren die Trockenheit. „Bei Salaten besteht schon ein etwas höheres Preisniveau“, sagte AMI-Experte Behr. Eisbergsalat etwa liege derzeit bei rund 1,02 Euro pro Stück – vor einem Jahr habe der Preis etwa 60 bis 70 Cent betragen. Auch Möhren und Zwiebeln seien etwas teurer. Andererseits gebe es Gewächshauskulturen wie Tomaten, die lange Zeit sogar günstiger waren als im Vorjahr. Auch Zucchini sei tendenziell günstiger geworden, weil dieses Gemüse eine wärmeliebende Art sei.

Von Elmar Stephan