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Wirtschaft VW steckt Milliarden in Software für vernetzte Autos
Nachrichten Wirtschaft VW steckt Milliarden in Software für vernetzte Autos
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16:33 23.08.2018
Volkswagen-Mitarbeiter in einem Labor für die Entwicklung von Bediensystemen: Der Autobauer wandelt sich zum Software-Spezialisten Quelle: Kai-Uwe Knoth
Hannover/Berlin

Volkswagen taucht ein in die Welt von Apple und Google: Mit Milliarden-Investitionen in die Vernetzung seiner Autos will der Hersteller am Megatrend Digitalisierung verdienen. Dazu soll das bisherige Kerngeschäft um neue Smartphone-Apps für VW-Besitzer sowie Mobilitätsdienste wie Carsharing ergänzt werden. Auch die Software im Auto selbst will VW grundlegend erneuern. Ein langfristiges Ziel ist das autonom fahrende Auto.

Bis 2025 will die Marke rund 3,5 Milliarden Euro in ihre „Digitalisierungsoffensive“ investieren, sagte der Vertriebschef der Kernmarke VW, Jürgen Stackmann, am Donnerstag in Berlin. VW will mit den neuen Angeboten bis 2025 mindestens eine Milliarde Euro Umsatz machen. Um dieses Ziel zu erreichen, will VW künftig selbst mehr Software entwickeln, aber auch verstärkt mit anderen kooperieren und Unternehmen zukaufen. Die wichtigsten Projekte im Überblick:

Mobilitätsdienste

Bereits vor einigen Wochen hat VW einen neuen Carsharing-Dienst mit Elektroautos angekündigt. Am Donnerstag erklärte die Marke Details: „We Share“ soll im zweiten Quartal 2019 zunächst in Berlin eingeführt werden, mit einer Flotte aus 1500 E-Golf, plus später 500 E-Up-Kleinwagen. Danach sollen weitere große Städte mit mindestens einer Million Einwohner in Deutschland folgen. „Wir wollen junge, urbane Nutzer für E-Mobilität begeistern“, sagte Stackmann. Die Software, mit der Nutzer die Autos finden und buchen, spielt dabei eine wichtige Rolle.

Auf dem Feld ist Volkswagen keineswegs allein – die Platzhirsche Daimler und BMW legen ihre Angebote „car2go“ und „Drive Now“ zurzeit zusammen. Branchenexperte Stefan Bratzel sagte am Donnerstag, VW komme „etwas hinterher, aber es ist nicht zu spät“. Bereits heute betreibt VW Mobilitätsdienste, zum Beispiel fahren in Hannover die Sammeltaxis der Tochtermarke Moia. Auch eine App für das Bezahlen von Parkgebühren hat VW im Portfolio.

Updates fürs Auto

VW arbeitet an einem Betriebssystem für seine Autos, das sich bequem über das Internet aktualisieren lässt statt nur in der Werkstatt. Dabei können zum Beispiel neue Karten für das Navigationsgerät aufgespielt werden, aber auch zusätzliche Funktionen ergänzt werden – theoretisch gegen Aufpreis. VW hat bereits neue Händlerverträge abgeschlossen, um künftig direkt Kontakt mit seinen Kunden aufnehmen zu können. Beim Konkurrenten Tesla sind Updates schon heute möglich. Das VW-Betriebssystem soll 2020 in der Elektroauto-Familie I.D. Premiere feiern.

Autonomes Fahren

Mit den Updates erklimme man „auch eine wichtige Stufe auf dem Weg zum autonomen Fahren“, erklärte VW. Autohersteller können dadurch ihre Assistenzsysteme schrittweise verbessern oder an neue rechtliche Rahmenbedingungen anpassen. Volkswagen-Chef Herbert Diess betonte kürzlich im „Handelsblatt“, dass VW seine IT-Kompetenz für selbstfahrende Autos umfassend ausbaut und sich dadurch vom Wettbewerb abheben will.

Apps für VW-Besitzer

Unter den Namen Car-Net bietet VW schon heute Zusatzdienste gegen Aufpreis an. Nutzer können zum Beispiel am Smartphone die Klimaanlage von E-Autos aus der Ferne einstellen oder sich den Weg zum geparkten Auto anzeigen lassen. Ab 2019 sollen Fahrer ausgewählter VW-Modelle sich Pakete ins Auto liefern lassen können. Dazu müssen sie das Auto in der Nähe der Lieferadresse parken. Zusteller von Firmen wie DHL öffnen dann mit einem digitalen Einmal-Code den Kofferraum öffnen und legen das Paket ab.

Nachrüst-Lösung

Voraussetzung für die meisten solcher Apps ist, dass das Fahrzeug mit dem Internet verbunden ist. Das ist vor allem bei jüngeren Modellen der Fall. Für ältere Typen bietet VW – wie andere Hersteller – eine abgespeckte Nachrüst-Lösung an. Ein Stecker verbindet den Bordcomputer über Bluetooth-Funk mit dem Smartphone. Auf dem Mobilgerät können Fahrer dann zum Beispiel ein Fahrtenbuch führen oder ihren Fahrstil analysieren.

Von Christian Wölbert und Thomas Strünkelnberg

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