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Wirtschaft Deutschland wäre Hauptleidtragender eines Handelskrieges
Nachrichten Wirtschaft Deutschland wäre Hauptleidtragender eines Handelskrieges
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05:03 25.07.2018
Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW): „Deutschland ist besonders exponiert, und Donald Trump weiß das offenbar auch.“ Quelle: dpa
Berlin

Vor dem Besuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker in Washington hat der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, mit eindringlichen Worten vor den Folgen eines europäisch-amerikanischen Handelskrieges gewarnt. „Ein Handelskrieg zwischen Europa und den USA birgt enorme Risiken für die gesamte Weltwirtschaft“, sagte Fratzscher dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Mittwoch). „Die gegenseitigen Verflechtungen sind groß, es gibt hochkomplexe internationale Wertschöpfungsketten, die ohne freien Handel nicht mehr funktionieren werden“, fügte Fratzscher hinzu.

Hauptleidtragender wäre Deutschland, prophezeit der Ökonom. „Bei einer Eskalation im Zollstreit würde der globale Handel extremen Schaden nehmen. Kaum ein Land auf der Welt hätte dabei so viel zu verlieren wie Deutschland“, erklärte Fratzscher. „40 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung und jeder zweite Arbeitsplatz hängen am Export“, so der Wirtschaftswissenschaftler weiter. „Deutschland ist besonders exponiert, und Donald Trump weiß das offenbar auch. Vermutlich setzt er darauf, dass Deutschland wegen seiner Abhängigkeit von den Exporten am Ende auf eine Lösung pochen wird“, sagte Fratzscher.

Er plädierte dafür, trotz der Drohungen aus Washington eine Lösung mit den USA zu suchen. „Die Haltung Frankreichs, so lange nicht zu verhandeln, wie Trump den Europäern droht, mag ehrbar sein – ökonomisch klug ist sie nicht“, sagte Fratzscher. Klüger wäre es, man würde sich einigen. „Ein Zollabkommen wie das diskutierte ,TTIP light‘ böte für beide Seiten Vorteile. Darüber sollten Donald Trump und Jean-Claude Juncker reden“, forderte der Ökonom.

Von Andreas Niesmann/RND

Vor dem Besuch von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Washington ist der Chef des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange, wenig optimistisch. Er glaubt nicht an eine Einigung im Zollstreit. Zumindest nicht vor November. Dann sind in den USA Wahlen.

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