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Übernahme von Inoxum

ThyssenKrupp verkauft Edelstahlsparte nach Finnland

Deutschlands größter Stahlhersteller ThyssenKrupp hat sich mit dem finnischen Konkurrenten Outokumpu auf eine weitgehende Übernahme seiner Edelstahlsparte Inoxum geeinigt. Die Einigung mit Outokumpu sieht die Gründung eines neuen gemeinsamen Unternehmens vor.
Foto: ThyssenKrupp verkauft seine Edelstahlsparte Inoxum.

ThyssenKrupp verkauft seine Edelstahlsparte Inoxum.

© dpa

Essen. Der Weg für den Verkauf der Edelstahlsparte von ThyssenKrupp an den finnischen Konkurrenten Outokumpu ist frei. Betriebsbedingte Kündigungen sollen bei der Mehrheitsübernahme von Inoxum durch die Finnen zunächst ausgeschlossen sein. Darauf einigte sich das Unternehmen am Dienstag mit Vertretern des Betriebsrats und der IG Metall. Noch am selben Tage sollte der Aufsichtsrat des größten deutschen Stahlkonzerns das Geschäft absegnen. Mit der ausgehandelten Zustimmung der Arbeitnehmervertreter galt dies aber nur noch als Formsache.

Inoxum wird mit rund 2,7 Milliarden Euro bewertet. Die Einigung mit Outokumpu sieht vor, dass ThyssenKrupp Inoxum einbringt und im Gegenzug mit 29,9 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen beteiligt wird. Zudem sollen die Finnen eine "signifikante Barzahlung" leisten, um Finanzschulden von Inoxum bei ThyssenKrupp abzulösen. Zudem wollen sie weitere Schulden von Inoxum aus externen Finanzverbindlichkeiten und Pensionsverpflichtungen übernehmen.

Der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen wurde Angaben der IG Metall zufolge für vier Jahre vereinbart und gilt bis Ende 2015. "Mit diesem Vertrag sind wichtige Voraussetzungen für eine Zustimmung der Arbeitnehmer geschaffen worden", sagte Gewerkschaftssprecher Wolfgang Nettelstroth.

Insgesamt hat Inoxum 11 700 Beschäftigte, davon 6000 in Deutschland. Bis Ende 2013 ist nun die Schließung des Stahlwerks in Krefeld vorgesehen. Für die davon betroffenen rund 400 Mitarbeiter sollen nach Gewerkschaftsangaben sozialverträgliche Lösungen gefunden werden, wie etwa die Bereitstellung von Ersatzarbeitsplätzen innerhalb des Unternehmens. Auch nach der Schließung der sogenannten Flüssigphase werde der Standort Krefeld mit derzeit 2100 Beschäftigten aber nicht geschlossen.

Die Weiterverarbeitung in einem Kaltwalzwerk soll erhalten werden und ein Forschungs- und Entwicklungszentrum soll ausgebaut werden, teilte die IG Metall mit. Die Flüssigphase am Edelstahlstandort Bochum mit rund 500 Beschäftigten soll bis mindestens Ende 2016 fortgeführt werden. Für alle Produktionsstandorte sei eine Bestandsgarantie bis mindestens Ende 2015 vereinbart worden.

Die Verhandlungsführer der IG Metall, Markus Grolms und Marc Schlette, werteten die Einigung als Erfolg. Der Verhandlungsprozess sei "extrem schwierig" und "angespannt" gewesen, hieß es. "Wir haben kein Ergebnis erzielt, das zum Jubeln Anlass gibt", sagte IG Metall-Vorstandsmitglied Bertin Eichler. Der Vorsitzende des Inoxum-Gesamtbetriebsrats, Bernd Kalwa, bezeichnete die geplante Stahlwerksschließung in Krefeld als "herbe Enttäuschung". Ein Betriebsratssprecher aus Krefeld kündigte trotz der Einigung die Fahrt einer Delegation zur Essener ThyssenKrupp-Zentrale an. "Wir wollen auf Einhaltung der Verträge pochen."

dpa/sag

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