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Flugbetrieb eingestellt

Spanair steht vor dem Aus

Die spanische Fluggesellschaft Spanair steht vor dem Aus. Die viertgrößte Linie des Landes sagte am Wochenende alle Flüge ab. Sie stellte den Betrieb ein, nachdem ihr aufgrund von Sparmaßnahmen die Subventionen gestrichen worden waren.
Die 1986 gegründete Fluggesellschaft hatte 2010 einen Verlust von 115 Millionen Euro eingeflogen.

Die 1986 gegründete Fluggesellschaft hatte 2010 einen Verlust von 115 Millionen Euro eingeflogen.

© rtr

Barcelona. Die von der Pleite bedrohte Fluggesellschaft Spanair hat ihren Betrieb überraschend eingestellt. Das spanische Unternehmen sagte alle Flüge ab. Allein am Samstag und Sonntag wurden 384 Verbindungen gestrichen. Knapp 23 000 Passagiere waren betroffen. Davon konnten nach Angaben der Flughafenbehörde AENA mehr als 8000 auf Flüge von Iberia, Vueling, Air Europa und Lufthansa umgebucht werden. Rund 100 Spanair-Fluggäste kehrten mit einer Sondermaschine aus dem westafrikanischen Kleinstaat Gambia nach Spanien zurück.

Spanair ist nach Iberia, Vueling und Air Europa die viertgrößte spanische Fluggesellschaft. Sie ist Mitglied des internationalen Zusammenschlusses Star Alliance, zu dem auch die Lufthansa gehört. Spanair beschäftigt direkt und indirekt rund 4000 Mitarbeiter. Für das Unternehmen sollte nach Medienberichten ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden. Beobachter gingen jedoch übereinstimmend davon aus, dass die Linie kaum zu retten sei. Die Zukunft der Beschäftigten war völlig unklar. Mitarbeiter erklärten, sie wüssten nicht einmal, ob sie ihre Januar-Gehälter noch ausgezahlt bekämen.

Das spanische Verkehrsministerium leitete ein Verfahren gegen das Unternehmen ein. Spanair drohe eine Strafe von bis zu neun Millionen Euro und ein Entzug der Lizenz, teilte Verkehrsministerin Ana Pastor mit. Die Gesellschaft habe mit der vorher nicht angekündigten Einstellung des Betriebs gegen gesetzliche Verpflichtungen verstoßen und die Rechte der Passagiere missachtet.

Die frühere Tochter der skandinavischen Gesellschaft SAS gehört seit 2009 mehrheitlich einer Reihe von Konsortien, die von der Regionalregierung in Katalonien und katalanischen Unternehmen kontrolliert werden. Die Katalanen hatten gehofft, mit Spanair die Bedeutung des Flughafens von Barcelona stärken zu können. Die Regionalregierung und die Stadt Barcelona steckten nach Angaben der Zeitung „La Vanguardia“ seit 2009 über 120 Millionen Euro in das Unternehmen.

Die Eigner hatten gehofft, dass Qatar Airways bei Spanair einsteigen und 49 Prozent des Kapitals übernehmen würde. Die Verhandlungen scheiterten jedoch. Qatar Airways hatte eine Garantie verlangt, dass die Europäische Union von Spanair nicht die Rückzahlung der Subventionen verlange. Eine Zusicherung war nach Medienberichten nicht zu erhalten. Nach dem Scheitern der Verhandlungen gab der katalanische Ministerpräsident Artur Mas bekannt, dass Barcelona im Rahmen seiner Sparpolitik die Zahlungen an Spanair einstelle.

Die 1986 gegründete Fluggesellschaft hatte 2010 einen Verlust von 115 Millionen Euro eingeflogen. Im Jahr 2009 hatte sie ein Minus von 186 Millionen Euro verbucht. 2011 beförderte sie insgesamt 12,5 Millionen Passagiere. Die Krise des Unternehmens hatte sich im August 2008 nach dem Absturz eines Flugzeugs auf dem Flughafen Madrid-Barajas drastisch verschärft. Eine Spanair-Maschine war kurz nach dem Start auf die Erde geprallt und in Flammen aufgegangen. 154 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, 18 überlebten.

dpa


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