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Nordbank

Nonnenmacher schlägt zurück - HSH-Chef verurteilt Gerüchte

Tagelang hat sich HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher in den Medien Gerüchten um eine Spitzelaffäre in der Bank ausgesetzt gesehen. Am Freitag schlug er zurück.
© dpa

Der umstrittene HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher hat sich gegen Vorwürfe in der sogenannten Spitzelaffäre zur Wehr gesetzt. Es sei erschütternd und schwer erträglich, wenn vage Gerüchte gegen die Bank gestreut würden, sagte Nonnenmacher am Freitag in Hamburg.

Die Berichte über Spitzeleien, Wanzen und Intrigen in der HSH Nordbank haben dem Vorstandschef schwer zugesetzt. „Das geht bis zur Grenze des Erträglichen und weit darüber hinaus“, sagte Nonnenmacher. „Das geht auch an den Führungskräften nicht spurlos vorüber.“

Der HSH-Chef trat den Berichten mit starken Worten entgegen, nachdem er sich am Vortag der Rückendeckung des Aufsichtsrats versichert hatte. „Unglaublich und perfide“ nannte Nonnenmacher die Vorwürfe, nach denen er im Frühjahr 2009 selbst gegen den früheren Vorstand Frank Roth intrigiert haben soll, um ihn loszuwerden. „Die Abberufung von Herrn Roth war inhaltlich und formal nicht zu beanstanden“, erklärte er.

Nonnenmacher sagte, er selbst habe erst Mitte August von dem Gespräch am 27. Juli erfahren, bei dem angeblich ein früherer Sicherheitsberater der Bank schwere Vorwürfe erhob und sich dabei auch selbst belastete. Im Auftrag führender Mitarbeiter der HSH Nordbank habe dieser belastendes Material gegen Roth gesammelt, sein Telefon abgehört, eine Wanze angebracht und sei in seine Wohnung eingebrochen. Der 42-jährige Sicherheitsberater hat seine Aussagen mittlerweile in einer notariellen Erklärung zurückgezogen.

„Damit ist die Sache für uns natürlich nicht erledigt“, sagte Nonnenmacher. Er habe niemals derartige Aufträge erteilt und hätte sie auch nicht gebilligt. Richtig sei, dass Ende 2008 und Anfang 2009 unglaubliche Mengen Material aus der Bank geflossen seien und großen Schaden hätten anrichten können. Deshalb habe die Bank Gegenmaßnahmen eingeleitet, zu denen auch die Individualisierung von Dokumenten gehörte. „Das ist ein rechtlich einwandfreies Verfahren.“ Als sich abzeichnete, dass ein Vorstand seine Pflichten verletzt haben könnte, sei der Aufsichtsrat eingeschaltet worden.

Der Aufsichtsrat werde nun mit Hilfe einer Anwaltskanzlei und eines Wirtschaftsprüfers die Vorgänge aufklären, ebenso wie die Aufsichtsbehörde BaFin und die Staatsanwaltschaft. „Sobald belastbare Erkenntnisse vorliegen, werden wir uns klar und deutlich wieder zu Wort melden“, kündigte Nonnenmacher an. Dann würden auch Konsequenzen zu ziehen sein. Ob solche Erkenntnisse zur nächsten Sitzung des Aufsichtsrats in vier Wochen vorliegen, vermochte er nicht zu sagen.

Die Aussagen Nonnenmachers zur Geschäftsentwicklung der Bank traten angesichts der Spitzel-Vorwürfe in den Hintergrund. Die wesentlichen Zahlen zum Halbjahr waren zudem seit einer Woche bekannt.

Nonnenmacher bekräftigte das Ziel, die Bank 2011 in die schwarzen Zahlen zu bringen und 2012 wieder dividendenfähig zu machen. Danach sollen sich dann die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein von einem Teil ihrer Anteile trennen. „Es war und ist mein Ziel, die HSH zu einer zukunftsfähigen und erfolgreichen Bank zu machen“, sagte Nonnenmacher. „Und ich bin zuversichtlicher denn je.“

Die Bank hatte operativ im zweiten Quartal erstmals wieder einen Gewinn von 60 Millionen Euro erreicht, vor allem dank sinkender Risikovorsorge. Mit den Kosten für staatliche Garantien und Restrukturierungsaufwand blieb im ersten Halbjahr ein Verlust von 380 Millionen Euro und damit weitaus weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als ein Minus von 619 Millionen Euro ausgewiesen wurde.

dpa


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