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Ölkonzern

Neuer Chef soll BP aus der Krise führen

Ein neuer Chef soll BP aus der Krise führen: Der Ölkonzern verbucht einen Rekordverlust – und will nun in den USA wieder salonfähig werden.

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Greenpeace-Protest an einer BP-Tankstelle: Die Ölpest im Golf von Mexiko hat das Image des Konzerns ruiniert.

Greenpeace-Protest an einer BP-Tankstelle: Die Ölpest im Golf von Mexiko hat das Image des Konzerns ruiniert.

© dpa

Die Ölpest im Golf von Mexiko hat tiefe Spuren in der Bilanz von BP hinterlassen und kostet Vorstandschef Tony Hayward den Job. Wegen der Kosten für die Umweltkatastrophe verbuchte der britische Energiekonzern im zweiten Quartal einen Verlust von knapp 17 Milliarden Dollar (13,2 Milliarden Euro). Darin enthalten sind 32,2 Milliarden Dollar Rückstellungen und Kosten für die drohenden Verbindlichkeiten durch die Ölpest.

Zum Vergleich: Im ersten Quartal hatte BP noch einen Gewinn von 5,6 Milliarden Dollar erzielt. Um die Kosten für die Ölpest begleichen zu können, will sich der Konzern in den kommenden 18 Monaten von zahlreichen Unternehmensteilen trennen. Das Ölleck soll den Angaben zufolge nun Anfang August endgültig gestopft sein.

Seit der Explosion der BP-Ölbohrinsel „Deepwater Horizon“ am 20. April mit elf Toten wird dem Konzern vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen die Ölpest vorzugehen. Wie erwartet, muss jetzt Vorstandschef Hayward seinen Posten zum 1. Oktober an den Amerikaner Robert Dudley übergeben. „Wenn ich das Gesicht von BP bleibe, kommt BP in den USA nicht weiter“, sagte Hayward in einer Telefonkonferenz. Aufsichtsratschef Carl-Henric Svanberg bezeichnete diesen Schritt als „tieftraurig“: BP werde nach der Bewältigung der Ölpest ein anderes Unternehmen sein – die Explosion sei das „Wendepunktereignis“ in der 102-jährigen Firmengeschichte.

Dudley soll den beschädigten Ruf des Konzerns reparieren und eine drohende Übernahme verhindern. Von ihm wird erwartet, die Verstimmungen mit der Regierung und der Bevölkerung in den USA zu bereinigen.

BP verzeichnete wegen der Ölkatastrophe den ersten Quartalsverlust seit 1992. Der Konzern setzte in seiner Bilanz die erwarteten Kosten für die Ölpest mit 32,2 Milliarden Dollar an. Im dritten Jahresviertel könnten weitere Verbindlichkeiten hinzukommen, weil BP im abgelaufenen Quartal nicht alle erwarteten Kosten berücksichtigte. Das Ausmaß und die Zeitspanne für mögliche Verpflichtungen in Bezug auf die Ölpest im Golf von Mexiko seien sehr unsicher, hieß es im Quartalsbericht.

Bis Ende Juni fielen den Angaben zufolge Kosten von 2,9 Milliarden Dollar für die Eindämmung der Ölpest an. Weitere 29,3 Milliarden Dollar wurden für spätere Folgen zurückgestellt. Darin enthalten sind auch die 20 Milliarden Dollar für den gegenüber der amerikanischen Regierung zugesagten Entschädigungsfonds. BP äußerte gestern die Erwartung, bis zum Jahresende die direkte Bekämpfung der Ölpest weitgehend abschließen zu können. Weitere Kosten für Strafzahlungen und Entschädigungen dürften hingegen noch über viele Jahre anfallen.

Bezahlen will BP die Kosten durch Verkäufe von Unternehmensteilen. In den kommenden anderthalb Jahren sollen so bis zu 30 Milliarden Dollar erlöst werden. Das Unternehmen wolle sich vor allem von Öl- und Gasfeldern trennen, teilte es am Dienstag mit. Die Konzernführung gab sich optimistisch, dadurch seine Nettoschulden von derzeit 23 Milliarden auf 10 bis 15 Milliarden Dollar drücken zu können. Bereits in der vergangenen Woche hatte BP durch den Verkauf von Vermögenswerten in Texas, Kanada und Ägypten an den US-Öl- und -Gasförderer Apache 7 Milliarden Dollar eingenommen.

dpa


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