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IBAN- und BIC-Nummern

Kontonummer bald mit 22 Stellen

22 Ziffern sollen Verbraucher möglicherweise schon bald eintragen müssen, wenn die eine Überweisung tätigen wollen. Verbraucherschützer befürchten ein Chaos. Der Bankenverband versucht zu beruhigen. So viel sei an der neuen europäisch einheitlichen Kontonummer eigentlich gar nicht neu, erläutert der Verband.
© dpa

Bereits seit Jahren will die EU bargeldloses Einkaufen und grenzüberschreitende Zahlungen europaweit vereinheitlichen. Nun sollen nach Angaben von Verbraucherschützern bis spätestens 2013 die bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen durch viel längere IBAN- und BIC-Nummern ersetzt werden.

Die Änderung solle nach Plänen der EU-Kommission schneller als bisher geplant erfolgen, sagte der Bankexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Frank-Christian Pauli. So sollten die bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen ab Ende 2011 nicht mehr für Überweisungen und ab Ende 2012 nicht mehr für Lastschriften gelten. Sämtliche Girokonten seien davon betroffen, der Deutschen Bundesbank zufolge sind dies rund 93 Millionen.

Statt der Kontonummer gibt es dann für die deutschen Bankkunden eine 22-stellige IBAN (International Bank Account Number). Die Bankleitzahl ersetzt ein 11-stelliger BIC (Bank Identification Code). Sämtliche Lastschriften und Daueraufträge müssen umgestellt werden.

Bereits seit Anfang 2008 bieten Kreditinstitute neben den nationalen auch sogenannte SEPA-Verfahren für Überweisungen und seit 2009 auch für Lastschriften an. Denn nach der Einführung des Euro sollte auch der bargeldlose Zahlungsverkehr vereinheitlicht werden.

SEPA bedeutet „Single Europe Payments Area“, also den einheitlichen Zahlungsverkehr zwischen den 27 Mitgliedsstaaten der EU sowie der Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein und Monaco. Dadurch wurden gemeinsame Standards eingeführt, die grenzüberschreitendes Bezahlen schneller und billiger machen sollen. Verbraucher können auf diese Weise bezahlen, wenn beispielsweise Versicherungen oder Stromversorger ihren Kunden anbieten, Rechnungen per SEPA-Lastschrift zu begleichen.

Verbraucherschützer fordern Aufklärungskampagne

IBAN und BIC sind zwar schon jetzt für länderübergreifende Überweisungen nötig. Verbraucherschützer rechnen jedoch mit Problemen, wenn die Nummern auch für den innerdeutschen Verkehr gelten. „Wir befürchten ein großes Chaos bei der Umstellung, weil viele Verbraucher mit den neuen Zahlen- und Buchstabenreihen überfordert sind“, betonte Pauli. Es müsse deshalb eine Aufklärungskampagne von Seiten der EU und der Banken geben. „Es bleibt nicht mehr viel Zeit für die Umstellung“, unterstreicht der Experte. Deshalb müssten die Verbraucher dringend mit der Neuregelung konfrontiert werden, schließlich betreffe dies zukünftig alle Verfahren innerhalb Deutschlands.

Der Bundesverband deutscher Banken begrüßt zwar grundsätzlich die Umstellung, fordert aber längere Übergangsfristen. Der Entwurf der EU-Kommission sieht dem Verband zufolge vor, dass bereits ein Jahr nach Inkrafttreten der Verordnung das SEPA-Überweisungsverfahren und zwei Jahre danach das SEPA-Lastschriftverfahren eingeführt werden soll. Realistisch wäre aber ein Zeitraum von drei bis fünf Jahren - je nachdem, wann die Verordnung in Kraft trete.

Bankkunden benötigen gewisse Umstellungszeit

Laut Bankenverband hat die EU-Kommission im Juni einen Vorentwurf vorgestellt und will im September erst einmal einen richtigen Entwurf vorlegen. Dieser müsse dann noch im Rat und Parlament diskutiert werden. Wann die Verordnung verabschiedet werde, sei deshalb schwer abzuschätzen. Im Gegensatz zu den Verbraucherschützern erwartet der Bankenverband jedoch, dass das neue System keine großen Umstellungen für Verbraucher mit sich bringen wird. Einzig die zweistellige Prüfziffer in der IBAN-Nummer sei neu, ansonsten bestehe die Zahlenfolge aus dem Ländercode für Deutschland, der schon jetzt gebräuchlichen achtstelligen Bankleitzahl sowie der zehnstelligen Kontonummer, hieß es weiter.

Auch für Banken bringt die Vereinheitlichung auf ein gemeinsames europäisches Verfahren den Angaben zufolge keine großen Probleme mit sich, denn diese arbeiteten schon seit Jahren mit dem neuen System. Allerdings müssten sich die Bankkunden - also die gesamte Wirtschaft - umstellen, und das benötige eben eine gewisse Zeit.

ap


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