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Tarifrunde

IG Metall peilt 6,5 Prozent mehr Geld an

Bisher war nur von „deutlich mehr“ die Rede, nun steht das Ziel konkret fest: Die IG Metall will mit einer Forderung von 6,5 Prozent mehr Geld in die bevorstehende Tarifrunde gehen. Zu hoch, sagen die Arbeitgeber.
Die nächste Tarifrunde steht bevor, Steik droht vorerst nicht.

Die nächste Tarifrunde steht bevor, von Steik ist noch keine Rede.

© dpa

Hannover. Die Tarifkommission der IG Metall empfiehlt für die bevorstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt eine Forderung von 6,5 Prozent mehr Geld. Dies sei dem Vorstand vorgeschlagen worden, teilte die Gewerkschaft am Montag in Hannover mit. Beim Autobauer VW sollen die Tarife nach Vorstellungen der IG Metall im gleichen Umfang steigen. Die Arbeitgeber hielten die Höhe der Forderung für überzogen.

Am 7. Februar will die IG-Metall-Spitze nach weiteren Diskussionen in den Betrieben selbst eine Empfehlung für die rund 100.000 Beschäftigten der Branche aussprechen. Am 23. Februar soll die Tarifkommission dann ihre endgültige Forderung beschließen.

Die Entgelt-Gespräche beginnen am 6. März. Über andere Fragen wird bereits verhandelt. Dazu gehören die von der IG Metall geforderte unbefristete Übernahme von Lehrlingen, bessere Bedingungen für Leiharbeiter und die Qualifikation benachteiligter Jugendlicher. Skeptisch äußerten sich die Arbeitgeber bislang vor allem zu festen Regeln für eine zeitlich unbegrenzte Beschäftigung ehemaliger Azubis.

Aus Sicht von Bezirkschef Hartmut Meine ist die Tarifempfehlung gut begründet: „Die Betriebe sind hervorragend ausgelastet und die Entwicklungsperspektiven gut, davon müssen auch die Beschäftigten profitieren.“ Er ermahnte die Unternehmen, nicht vorschnell von unzumutbaren Forderungen zu sprechen. Die Arbeitgeber sollten „mit ihrem üblichen Gejammere über die wirtschaftliche Entwicklung im Vorfeld von Tarifrunden gar nicht erst beginnen“, warnte Meine. Der aktuelle Tarifvertrag gilt noch bis Ende März.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbands Niedersachsen-Metall, Volker Schmidt, sprach von unrealistischen Vorstellungen: „Eine solche Forderung ist ohne jede Bodenhaftung. Die IG Metall lebt im Wolkenkuckucksheim, wenn sie identische Forderungen bei VW und unseren Mittelständlern erhebt.“

Im Frühjahr stehen auch Verhandlungen zum Haustarif für die gut 110.000 Beschäftigten der sechs westdeutschen Volkswagen-Werke und der VW-Finanzsparte an. Hier schlug die Tarifkommission der IG Metall vorige Woche eine Entgelterhöhung von ebenfalls 6,5 Prozent vor.

Man dürfe die Lage bei VW nicht mit der Situation vieler kleinerer Unternehmen gleichsetzen, argumentierte Schmidt. Anstatt voller Auftragsbücher litten manche Firmen schon jetzt unter nachlassenden Bestellungen als Folge der europäischen Schuldenkrise. Schmidt appellierte an die IG Metall, wie in der Wirtschaftskrise 2008/2009 einen „verantwortungsvollen Umgang der Tarifpartner“ zu suchen.

In den vergangenen Jahren war die VW-Forderung unter derjenigen für den Branchentarif geblieben. „Es ist nun das erste Mal, dass VW eine relative Nähe dazu erreicht“, hieß es aus der Gewerkschaft mit Blick auf die unterschiedlichen Laufzeiten. Anfang 2011 hatte die IG Metall für die VW-Belegschaft sechs Prozent mehr Geld verlangt. Herausgekommen waren am Ende 3,2 Prozent sowie eine Einmalzahlung von einem Prozent des Jahresgehalts. Der Tarifvertrag läuft Ende Mai aus.

dpa/kas


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