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Beschäftigungsindex

Arbeitskräftenachfrage erholt sich auf Vorkrisenniveau

Der Beschäftigungsindex der Bundesagentur für Arbeit ist so hoch wie seit August 2008 nicht mehr. Die Zahl der offenen Stellen ist gestiegen - jede dritte kommt allerdings aus der Leiharbeitsbranche.
Der jüngste Beschäftigungsindex der Agentur für Arbeit in Nürnberg gibt Anlass zur Hoffnung - die Arbeitskräftenachfrage hat sich erholt.

Der jüngste Beschäftigungsindex der Agentur für Arbeit in Nürnberg gibt Anlass zur Hoffnung - die Arbeitskräftenachfrage hat sich erholt.

Nach einem drastischen Einbruch im Jahr 2009 ist der Bedarf der Wirtschaft an Arbeitskräften wieder auf Vorkrisen- Niveau. Selbst im Ferienmonat August sei die Zahl der offenen Stellen weiter gestiegen - wenn auch nicht mehr so stark wie in den Vormonaten, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag in Nürnberg mit. Entsprechend kletterte der von der BA monatlich berechnete Beschäftigungsindex BA-X im August um zwei Punkte auf 143 Zähler - dies ist der höchste Wert seit August 2008.

„Die Arbeitskräftenachfrage hat sich vom krisenbedingten Einbruch erholt, die Betriebe signalisieren wieder deutlichen Einstellungsbedarf“, kommentierte die Bundesagentur die Lage. Zu der schnellen Erholung habe vor allem die Zeitarbeit beigetragen: Gut jede dritte gemeldete Stelle komme derzeit aus der Zeitarbeit. „Aber auch in anderen Branchen wie im Einzelhandel, in der Gastronomie, im Bausektor und im Gesundheits- und Sozialwesen werden zahlreiche Mitarbeiter gesucht“, betonte die Bundesagentur in einer Mitteilung. Teilweise gebe es schon wieder Probleme, qualifizierte Fachkräfte zu finden.

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) hat in diesem Zusammenhang die Anwerbung ausländischer Fachkräfte kritisiert. Deutschland müsse die deutschen Fachkräfte stärker fördern, sagte DGB-Chef Michael Sommer dem „Hamburger Abendblatt“. „Es ist ein Fehler mancher Unternehmen, nur auf ausländische Fachkräfte zu setzen“, erklärte er. „In Deutschland leben 300.000 junge Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen.“ 17 Prozent der 20- bis 29-Jährigen hätten keine berufliche Qualifikation, das sei „ein großes Potenzial an Fachkräften“.

Aufgrund des anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwungs und der alternden Gesellschaft werden in Deutschland laut Wirtschaftsexperten bis zum Jahr 2015 rund drei Millionen Arbeitskräfte fehlen. Viele Unternehmen suchen sich deshalb Fachkräfte aus dem Ausland.

Die genauen August-Daten gibt die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg bekannt. Im Juli war die Zahl der Menschen ohne Job um 39.000 auf 3,192 Millionen gestiegen. Die Arbeitslosenquote hatte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent erhöht.

dpa, afp


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