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Wirtschaft Deutscher Marketingtag 2018 in Hannover – ein Interview
Nachrichten Wirtschaft Deutscher Marketingtag 2018 in Hannover – ein Interview
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17:34 05.12.2018
„Hannover hat viel zu bieten“: Uwe Berger hat den Marketingtag in die Stadt geholt. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Am Mittwoch und Donnerstag treffen sich gut 1500 Marketingstrategen zum Deutschen Marketingtag in Hannover. Im Fokus stehen Fachfragen, vor allem dazu, wie die Branche auf die Umwälzungen reagiert, die ihre Kunden durch den digitalen Wandel durchleben. Zugleich aber lernen die Führungskräfte Hannover von einer anderen Seite kennen. Ein Interview mit Uwe Berger, Präsident des Marketing-Clubs Hannover.

Herr Berger, Ihre Branche hat ja oft mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass es am Ende doch nur um Werbung gehe: Machen Sie Kunden etwas schmackhaft, was diese eigentlich gar nicht brauchen?

Früher war Marketing tatsächlich überwiegend Verkaufsunterstützung, Werbung. Aktuell erleben wir aber eine starke Veränderung – weil sich die Geschäftsrealität unserer Kunden ändert, vor allem durch die Digitalisierung. Alle Branchen sind radikal im Wandel. Früher haben Unternehmen an bestimmten Standorten klar definierte Produkte verkauft. Um ein Beispiel aus der Autobranche zu nennen: Der Autohändler hat ein Auto verkauft. Heute fahren die Menschen zunehmend mit Moia oder nutzen Carsharing, und dieser Wandel beginnt ja erst. „Produkt, Preispolitik, Promotion, Place“ – diese vier klassischen Elemente der Markenstrategie ändern sich gerade radikal in fast allen Wirtschaftsbereichen. Für die Frage, was das für Unternehmen bedeutet, sind wir die Experten – Marketing kommt schließlich von Marke.

Aber ist das nicht eigentlich die Aufgabe klassischer Unternehmensberatungen?

Da verschmilzt gerade sehr viel – und das spürt die gesamte Branche. Vor einigen Wochen hat die weltweit aktive Unternehmensberatung Accenture die Hamburger Kreativagentur Kolle Rebbe übernommen, um sie gewissermaßen als kreative Zelle zu nutzen. Die Kunden brauchen heute interdisziplinäre Lösungen, und da ist gutes Marketing im Sinne guter Markenbildung immer ein wichtiger Teil der Strategie.

Als klassische Städte der großen Marketingagenturen gelten Hamburg, Berlin, Frankfurt und München. Wie haben Sie die Branche nach Hannover gelockt?

Die Idee, den Deutschen Marketingtag 2018 in Hannover zu inszenieren, kam mir vor zwei Jahren auf der Rückfahrt vom gleichen Event in Leipzig. Leipzig ist ja auch eher ein B-Standort unter den Großstädten. Am Ende hatten wir Erfolg mit der Hannover-Bewerbung, weil wir voll auf die guten Netzwerke in dieser Stadt gesetzt haben. 2017 war der Marketingtag in Frankfurt ausschließlich im Kongresszentrum. In Hannover dagegen verbinden wir mit dem Kongress eine Art Stadtrundfahrt. Wir sind in der HDI-Arena, es gibt einen großen Empfang im Rathaus, Workshops bei der Messe und Donnerstagabend eine Großparty im Peppermint-Park. Die A-Städte sind eben oft von Monotonie geprägt – Hannover präsentiert sich da frisch, intelligent und vielfältig.

Gut 100 Vorträge gibt es, darunter von den Marketingchefs von Lego, Mozilla, Amazon, Ikea, Mercedes, Allianz oder IBM, aber auch solche, die es schwer haben, etwa die Marketingchefin der Bahn oder 96-Manager Horst Heldt. Worüber spricht man denn so in diesen zwei Tagen?

Bei uns geht es ja nicht so sehr um große Namen, sondern darum, wer welche Strategien und Problemlösungen erarbeitet hat. Ob in Weltfirmen oder kleinen Unternehmen: Die Leute stehen vor ganz ähnlichen Herausforderungen. Und so experimentieren wir beim Marketingtag zum Beispiel mit Augmented Reality. Oder wir diskutieren über die spannenden Effekte durch Blockchain-Technologie – das klingt für viele noch diffus, ist aber längst ein Mega-Buzzword für Banken oder Versicherungen. Und es geht um New Work: Wie arbeiten wir morgen? Das ist interessant nicht nur für unsere Kunden, sondern auch für unsere Branche, wenn wir die besten Köpfe wollen. Da können wir zum Beispiel von Google lernen.

Und was nehmen die Teilnehmer von Hannover mit, wenn sie Donnerstagabend abfahren?

Das Bild einer facettenreichen und vielfältigen Stadt. Sie erleben die HDI-Arena als sportlichen, sehr frischen Auftakt. Dass sich das Rathaus für den großen Event-Empfang öffnet, ist eine tolle Geste. Unsere Gäste sehen das weltgrößte Messegelände und erleben bei der Riesenparty im Peppermint-Park die Verleihung des Deutschen Marketingpreises. Hannover hat wirklich viel zu bieten.

Zur Person

Uwe Berger (52) ist Chef der hannoverschen Agentur B&B mit Sitz in der Georgstraße. Seit 2016 steht der studierte Betriebswirt als Präsident dem Marketing-Club Hannover vor, der zuletzt von 250 auf jetzt 350 Mitglieder angewachsen ist.

Von Conrad von Meding

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