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Wirtschaft Deutsche Bahn stellt sich auf Extremwetter ein
Nachrichten Wirtschaft Deutsche Bahn stellt sich auf Extremwetter ein
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14:54 28.02.2018
Das Sturmtief „Friederike“ legte zum Jahresbeginn weite Teile des Bahnbetriebs lahm. Schuld waren häufig umgestürzte Bäume, die offenbar zu nah an der Bahntrasse standen, wie hier entlang der Bahnstrecke Hannover–Göttingen in Lamspringe. Quelle: dpa
Berlin

Bahnchef Richard Lutz gehört nicht zu den Zweiflern, wenn es um den Klimawandel geht. Jeder vom Starkregen unterspülte Bahndamm, jede bei Hitze ausgefallene Klimaanlage betreffen die Deutsche Bahn schließlich unmittelbar. Auf rund 80 Millionen Euro Einbußen taxiert Lutz allein die Schäden der großen Sturmtiefs im Vorjahr – der Imageschaden bei den Fahrgästen lässt sich kaum beziffern. Mit einer „5-Punkte-Strategie“ hat die Bahn am Mittwoch dem Klimawandel den Kampf angesagt. Rund 625 Millionen Euro zusätzlich will das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren für den Rückschnitt von Bäumen und Hecken entlang der Bahntrassen ausgeben. Auch Klimaanlagen in den ICEs, der Frostschutz an Gleisen und Leitanlagen sowie neuralgischen Bauwerken sollen besser auf Extremwetter vorbereitet werden. „Wir haben hier in der Vergangenheit nicht genug gemacht“, räumt Lutz Versäumnisse in der Klimafolgen-Prophylaxe ein.

Pro Bahn sieht Politik in der Pflicht

Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt die angekündigten Maßnahmen, befürchtet allerdings Schwierigkeiten bei der Umsetzung in der Fläche. Eine Ausweitung der bisher berücksichtigten 6-Meter-Zone, in der die Vegetation rund um die Gleise bislang im Zaun gehalten wird, erfordere nun eine politische Vereinheitlichung. „Derzeit ist nicht bundesweit einheitlich geregelt, wie die Bahn an welcher Stelle zurückschneiden darf. Da ist jetzt die Politik gefragt“, kommentiert Pro Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Mit der Investition in das sogenannte Vegetationsmanagement habe die Bahn jedoch grundsätzlich eine wichtige Baustelle in Angriff genommen, so Naumann.

Klimastudie belegt Störanfälligkeit

Wissenschaftliche Grundlage der Klimastrategie ist eine von der Bahn in Auftrag gegebene Studie des Potsdamer-Instituts für Klimaforschung. Eine Untersuchung von Störfällen des letzten Jahrzehnts prognostiziert deutliche Folgen der globalen Erwärmung für die Bahn. Intensivere Stürme in den Monaten März bis Oktober lassen in diesem Zeitraum Störungen wahrscheinlicher werden. Ein Effekt, den die Sturmtiefs Paul, Xavier und Herbert 2017 demonstrierten. Sie fielen alle in diesen Zeitraum. Häufigerer Starkregen und Hochwasser stellen vor allem für Trassen entlang von Tälern und Flussläufen eine Gefahr dar. Anders als anzunehmen sei jedoch nicht in erster Linie der Sturm für Bahnstörungen verantwortlich, erklärt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Klimainstituts. Über das Jahr gesehen gibt es seit der Jahrtausendwende weniger Stürme in Deutschland. Auch eine zunehmende Stärke sei nicht beobachtet. „Wenn Bäume auf die Schienen fallen, stehen sie einfach zu nah an den Gleisen“, so Schellnhuber. Er sieht in der Bahn selbst eine Antwort auf die Klimafrage. Als klimafreundlicher Verkehrsträger komme dem Unternehmen eine entscheidende Bedeutung beim Erreichen der Klimaziele zu. Im Hinblick auf extreme Unwetter sei die Bahn zudem „das robusteste Verkehrssystem“. Bahnchef Lutz wird am Ende sogar poetisch. „Wenn wir Mutter Erde lebenswert halten wollen, hilft nur die konsequente Verringerung der Treibhausgase.“

Chance für die Natur?

Tatsächlich sieht auch der Bahn skeptische Verband Pro Bahn ökologische Chancen in den angekündigten Rodungen. Beseitigt werden sollen vor allem Bäume, deren Äste auf die Gleise fallen könnten. Die gleichzeitige Ausweitung und Pflege von Hecken könnte Insekten, Amphibien und Vögeln eine neue Heimat bieten. „Die Bahn kann auf diese Weise gleich ihren Honig vermarkten“, schlägt Naumann augenzwinkend vor. Seit Oktober 2016 bietet die Bahn privaten Imkern für das Aufstellen von Bienenvölkern eigene Flächen entlang der Schienenwege an.

Von Mario Moers/RND

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