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21:12 24.07.2017
Nicht nur VW forscht in Niedersachsen: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das auch humanoide Roboter entwickelt, beschäftigt in Braunschweig fast 1200 Mitarbeiter. Quelle: Rainer Jensen/dpa
Hannover

„Bei nahezu sämtlichen Indikatoren der Innovationskraft herrscht ein starkes Süd-Nord-Gefälle“, sagte IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös bei der Vorstellung der Studie. Niedersachsen hält allerdings besser mit den Spitzenreitern Bayern und Baden-Württemberg mit als die anderen norddeutschen Bundesländer.

Niedersachsen profitiert von Volkswagen

So liegt das Land bei den Ausgaben der Unternehmen für Forschung und Entwicklung auf dem vierten Platz aller Bundesländer und bei der Zahl der Patentanmeldungen auf dem dritten Platz. Ohne die Region Braunschweig/Wolfsburg/Gifhorn/Helmstedt stünde Niedersachsen allerdings weniger gut da. Der Studie zufolge investieren die Unternehmen in diesem Wirtschaftsraum mehr in Forschung und Entwicklung als in jedem anderen deutschen Wirtschaftsraum, gemessen an der gesamten regionalen Wertschöpfung. Auch beim Anteil der Technik-Experten an allen Arbeitnehmern steht die Region bundesweit ganz oben.

„Das Land profitiert hier von Volkswagen mit der hier beheimateten Konzernentwicklung und auch den anderen großen Systemlieferanten des Mobilitätssektors“, sagte Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Niedersachsenmetall. Er verwies darauf, dass in dieser Region auch andere forschungsstarke Institutionen sitzen, etwa das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig.

Die IW-Forscher und Niedersachsenmetall verlangen von der Bundesregierung steuerliche Erleichterungen für forschende und entwickelnde Unternehmen. „Davon profitiert vor allem der industrielle Mittelstand, und hier besteht im Ländervergleich großer Nachholbedarf“, sagte Volker Schmidt.

Kaum Unternehmergeist

In einer Disziplin schneidet Niedersachsen auffällig schlecht ab: In keinem anderen Flächenland wurden in den vergangenen Jahren weniger Firmen in „innovationsaffinen Branchen“ gegründet. Dazu zählt das IW unter anderem die Herstellung von Elektronik, Maschinen und pharmazeutischen Produkten. Vor Kurzem hatte bereits die Unternehmensberatung EY ermittelt, dass sich in Niedersachsen kaum innovative Start-ups ansiedeln. Auch branchenübergreifend wurden in Niedersachsen wenige Firmen gegründet.

Das Wirtschaftsministerium erklärt das mit der guten Arbeitsmarktlage. „Kluge Köpfe können sich aussuchen, ob sie ihre eigene Firma gründen oder lieber bei großen Unternehmen lukrative Jobs annehmen“, sagte eine Sprecherin.

International auf Rang vier

In einer weiteren Studie zur Innovationsstärke schneidet Deutschland im internationalen Vergleich gut ab: Die Bundesrepublik liegt hinter der Schweiz, Singapur und Belgien auf dem vierten Platz. Die Studie vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ist breiter angelegt als die IW-Analyse. Sie berücksichtigt 40 Indikatoren aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Nachholbedarf sieht der BDI bei der Digitalisierung. Die Politik müsse den Breitbandausbau vorantreiben und die Verwaltung stärker digitalisieren.

Christian Wölbert

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