Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Der Bund hat zu lange geschlafen
Nachrichten Wirtschaft Der Bund hat zu lange geschlafen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:15 17.01.2019
Die Bahn wollte Weltkonzern spielen, und der Bund hat dabei zugeschaut. Quelle: dpa
Hannover

Schon zum zweiten Mal in dieser Woche musste Bahnchef Richard Lutz zum Rapport bei Verkehrsminister Andreas Scheuer antreten. Jetzt ziehe ich die Zügel an, die Bahn muss liefern – das wollte der CSU-Politiker damit wohl signalisieren. Er und seine Vorgänger müssen sich allerdings auch ein paar Fragen gefallen lassen: Warum haben sie die Bahn so lange machen lassen? Und wie genau wollen sie den Konzern nun wieder aufs richtige Gleis setzen?

Die Bahn gehört zu hundert Prozent dem Bund. Die Politik hat also die Chance und die Pflicht, sie so zu führen, dass sie die Erwartungen erfüllt. Die sind klar definiert: Laut Grundgesetz dient die Bahn dem „Wohl der Allgemeinheit“. Sie soll nicht Milliardengewinne einfahren, sondern Menschen pünktlich von A nach B bringen. Außerdem wollte der Bund erklärtermaßen mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene bringen – auch das hat nicht geklappt.

Das Versagen hat viel damit zu tun, dass die Bahn gerne Weltkonzern spielen wollte. Sie ist in mehr als 100 Ländern aktiv und beschäftigt im Ausland 40 Prozent ihrer Mitarbeiter. Sie hat dort auch viel Geld verdient, dieses allerdings auch nur im Ausland wieder investiert und den Heimatmarkt schleifen lassen, wie der Bundesrechnungshof jetzt rügt. Und zu Hause wurden Milliarden in fragwürdigen Projekten wie Stuttgart 21 versenkt. Der Bund hat dabei zugesehen und muss nun frisches Geld nachschießen.

Scheuer sollte die Bahn zwingen, sich wieder auf ihr Kerngeschäft und ihren Heimatmarkt zu konzentrieren, auch durch den Verkauf von Auslandstöchtern. Und er sollte am Ball bleiben – der morgendliche Rapport kann ruhig regelmäßig stattfinden.

Von Christian Wölbert

Beim Maschinenbauer Hartmann Valves aus Burgdorf-Ehlershausen wird Familie großgeschrieben – nicht nur in der Chefetage. Dafür bekam Geschäftsführer Werner Hartmann jetzt den Preis des Verbandes der Familienunternehmer. Der 38-Jährige leitet die Firma zusammen mit seinen beiden Brüdern.

20.01.2019
Wirtschaft Neujahrsempfang der Deutschen Bank - TÜV-Chef Stenkamp prangert US-Sanktionen an

Die USA drohen deutschen Firmen, die zum Beispiel im Iran aktiv sind, mit Nachteilen. Der Vorstandschef der TÜV-Nord-Gruppe forderte auf einem Empfang der Deutschen Bank in Hannover nun eine Antwort der deutschen Politik darauf.

17.01.2019

Der Abbau von Palmöl in Indonesien hat Leben zerstört, ganze Dörfer sind Rodungen zum Opfer gefallen. Die Anbauflächen – allein um die Nachfrage Deutschlands zu decken – ist Hundertausende Fußballfelder groß. Und die EU? Die will ab 2023 eine umweltfreundliche Zusammensetzung von Biodiesel vorgeben. Aber wird dann auch das Palmöl verbannt?

17.01.2019