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Wirtschaft Daimler-Chef schweigt weiter zu Kartell-Vorwürfen
Nachrichten Wirtschaft Daimler-Chef schweigt weiter zu Kartell-Vorwürfen
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11:49 26.07.2017
Daimler-Chef Dieter Zetsche kann einen Gewinn von 2,44 Milliarden Euro vermelden. Quelle: AP
Stuttgart

Trotz der Debatten um Diesel-Manipulationen und Fahrverbote hat der Autobauer Daimler erneut stark zugelegt. Im zweiten Quartal kletterten Umsatz und Gewinn dank des anhaltenden Aufschwungs bei Mercedes-Benz kräftig, wie der Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte. Das lag vor allem an der neuen E-Klasse sowie den Stadtgeländewagen (SUV), die bei den Kunden gut ankommen. Überschattet wird die Vorlage der Zahlen allerdings vom Vorwurf, Daimler und andere deutsche Autohersteller hätten über Jahre hinweg illegale Absprachen getroffen. Dies wollte Vorstandschef Dieter Zetsche auch am Mittwoch nicht kommentieren. „Wir sind gut beraten, uns nicht an Spekulationen zu beteiligen“, sagte er.

Für bestehende Kooperationen mit anderen Herstellern bedeuteten die Berichte aus seiner Sicht zunächst nichts. „Selbstverständlich haben wir all diese Gespräche und Überlegungen im existierenden Rechtsrahmen angestellt.“

Die Rückrufaktion wird teuer

Daimler hat von April bis Juni weltweit mehr als 595 000 Autos von Mercedes-Benz verkauft, so viele wie noch nie in einem zweiten Quartal. Vor allem in Asien legte der Absatz stark zu. Der Daimler-Umsatz stieg im zweiten Quartal um 7 Prozent auf rund 41,2 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis lag bei rund 2,51 Milliarden Euro (plus 2 Prozent) - nach 2,45 Milliarden im zweiten Quartal 2016. Nach Abzug von Minderheitsanteilen bleibt ein Gewinn von 2,44 Milliarden Euro.

Vergangene Woche hatte Daimler angekündigt, mehr als drei Millionen Diesel-Fahrzeuge in die Werkstätten zu rufen, um per Software-Update den Schadstoffausstoß zu verringern. Konzern-Angaben zufolge handelt es sich dabei um nahezu alle Fahrzeuge der Abgasnormen EU 5 und 6 in Europa. Die Aktion soll rund 220 Millionen Euro kosten und in den kommenden Wochen beginnen. Auf die Halbjahresbilanz wirkt sie sich daher noch nicht aus.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt seit März wegen möglichen Abgas-Betrugs gegen Daimler-Mitarbeiter. Medienberichten zufolge könnten bei mehr als einer Million Fahrzeuge Motoren eingebaut sein, bei denen Abgasmessungen manipuliert wurden. Daimler hat auch das nicht kommentiert, generell aber stets betont, sich an geltendes Recht gehalten zu haben und mit den Behörden zu kooperieren.

Von RND/dpa

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